Bibliography
December 1, 2006
Christian Brandstätter Verlag
Wien
Oliver Spiecker
DER MEGABASS KURT RYDL
fast eine Biographie...
Der Rosenkavalier by Richard Strauss
2005
Los Angeles Opera - DER ROSENKAVALIER
Los Angeles Opera
2004/2005 season
May, 2005
A new production of "Der Rosenkavalier" by Richard Strauss
STAGE DESIGN - Gottfried Helnwein
COSTUME DESIGN - Gottfried Helnwein
CONDUCTOR - Kent Nagano
DIRECTOR - Maximilian Schell
Der Rosenkavalier mit Kurt Rydl
Designer, Artworker, Schocker vom Dienst ist der Wiener und Weltstar Gottfried Helnwein. Allein sein “Rosenkavalier”-Poster sorgte für die übliche nötige Erregung: zwei unschuldige Mädchen kurz vor dem Kuss – und das im püden Amerika. “Lipstick Lesbians” schrieb prompt die Los Angeles Times. “Zwei zarte Geschöpfe, es ist total innocent”, amüsiert sich Helnwein. “Strauss und Hofmannstal sind schuld. Octavian wird von einer Frau gesungen – das Spiel mit dem Androgynen…”
Endlich nicht mehr “Gottfried allein zu Haus”: “Das ist doch die stille Sehnsucht des bildenden Künstlers, der sonst in seinem Atelier vereinsamt, mit anderen gemeinsam was zu kreieren, ein Gesamtkunstwerk – einfach faszinierend…”
Zwischen seinem Schloss in Irland und dem Atelier in Downtown L.A. entstanden die Entwürfe. Mit einem cineastischen Geniestreich: jeder Akt hat seine eigene Farbe, alles ist monochrom, sogar die Gesichter.
Der erste Akt ist blau: Treue, Hoffnung, Himmelbett – im Schlafzimmer der Marshallin nach ihrer Liebesnacht mit dem viel zu jungen Octavian.
Der zweite gelb: gold- oder geld-gelb im Hause des neureichen Herrn Faninal.
Was kostet die Welt!
Und der dritte rot, für Romantik und Liebe: Sophie und Octavian kriegen sich. Aber auch rot für Revolution und – Republikaner?. “Das würde ich nie laut sagen”, rettet sich Helnwein, “mein Visum dauert immer nur drei Jahre!”
Und dann Kostüme wie “Universal Pictures”: skurrile Variationen aus der Welt von Walt Disney und Bugs Bunny. “Fast fellinisch”, findet Kurt. Aber bei allem Spass hatte Helnwein auch Kämpfe mit dem Regisseur, der “alles äusserst reduzieren wollte – ernster und schlichter”.

Die Trikolore des Barock: blau, rot, gold. Auch des Verfalls: “Eros und Tod waren damals die grossen Themen”, analysiert Helnwein, “ ein Tanz auf dem Vulkan. Ich wollte die Verbindung zur Jetzt-Zeit: Wenn ich sehe, wie die Amerikaner hier leben – das schaut auch aus wie die letzte grosse Party.”
Und nach Schells Konzept sollte einer immer farblich den nächsten Akt ankündigen: der “Ochs”.
Was für Kurt auch zur optischen Bestätigung seiner Hauptrolle wird – gleich im ersten Akt leuchtet er gnallgelb inmitten von Blau.
Sollte der “Rosenkavalier” nicht sowieso “Ochs von Lerchenau” heissen?
“Meine Frau befiehlt ,Rosenkavalier’, also ,Rosenkavalier’! Der Teufel hol ihn!”, klagte Strauss.

Der Rosenkavalier by Richard Strauss
2005
Der Rosenkavalier by Richard Strauss
2005




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