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GOTTFRIED HELNWEIN
Helnwein zählt zu den bekanntesten, aber auch umstrittensten deutschsprachigen Künstlern nach dem Zweiten Weltkrieg. Bekannt wurde er vor allem durch seine hyperrealistischen Bilder von verwundeten und bandagierten Kindern. In seinem gesamten Schaffen setzt er sich mit den Themen Schmerz, Verletzung und Gewalt auseinander, und berührt dabei auch Tabu- und Reizthemen der jüngeren Geschichte. So wird insbesondere auch das Thema Nationalsozialismus in seinen Werken verarbeitet; im Zentrum seiner Arbeit steht aber vor allem die Darstellung des Kindes.

Er arbeitet mit den unterschiedlichsten Techniken und Stilmitteln. Neben der Zeichnung, der Aquarell-, Acryl- und Ölmalerei und verschiedenen Mischtechniken ist die Fotografie ein wesentliches Medium für ihn – oft im Zusammenhang mit Performance-Arbeiten. Seit Ende der 1980er-Jahre begann er Installationen im öffentlichen Raum in seine Arbeit miteinzubeziehen.

Der Wiener Kunsthistoriker Peter Gorsen hat vom „malträtierten Kind“ als einer originären Bilderfindung Helnweins gesprochen, welche die uns lieb gewordenen kindertümelnden Bildvorstellungen aufgebrochen habe. Es sind Bilder, die ihre Wurzeln tief in Helnweins Kindheitserlebnissen haben.
2004 widmete Kurator Robert Flynn Johnson auf Anregung des US-Sammlers Kent Logan, diesem zentralen Aspekt in Helnweins Arbeit eine umfassende Einzelausstellung mit dem Titel: „The Child – works by Gottfried Helnwein“ im Palace of the Legion of Honor, San Francisco Fine Arts Museums. Die Ausstellung wurde von 130 000 Besuchern gesehen, und der San Francisco Chronicle bezeichnete sie als die wichtigste Ausstellung eines zeitgenössischen Künstlers im Jahre 2004.
Mitchell Waxman schreibt im Jewish Journal in Los Angeles:
Die stärksten Bilder, die sich mit dem Themen Nationalsozialismus und Holocaust beschäftigen, stammen von Anselm Kiefer und Gottfried Helnwein, und obwohl sich die Arbeit Kiefers wesentlich von der Helnweins unterscheidet, sind sie doch beide gleichermaßen geprägt durch das persönliche Erlebnis des Aufwachsens in einem deutschsprachigen Land der Nachkriegszeit.
William Burroughs hat gesagt, dass die Amerikanische Revolution in den Büchern und in der Musik beginnt. Dazu können wir möglicherweise die Bildende Kunst hinzufügen. Und Helnweins Kunst könnte über die Kapazität verfügen, Veränderung zu initiieren indem sie den  Deckmantel der political correctness durchstösst, und die der Kunst innewohnende primitive Geste, wieder zurückerobert.




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