Event Calendar
June 20, 2004 - July 18, 2004
Neuer Kunstverein Aschaffenburg
Bernd Reiß
Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main
SAMMELN – PORTRAITFOTOGRAFIE
Christian Boltanski, Jochen Gerz, Gottfried Helnwein, Nobuyoshi Araki, Dennis Adams, Piotr Uklanski. und August Sander. Gottfried Helnwein - portraitiert in der Serie „Faces“ Persönlichkeiten wie Michael Jackson, Willy Brandt, Maximilian Schell, Elton John, Andy Warhol, Leni Riefenstahl u.a.. Obgleich vielmals zuvor fotografiert und jedem aus den Medien bekannt, zeigen sie sich in den Bildern jenseits aller Eitelkeiten, in einer ungewohnten Offenheit und Ehrlichkeit, die geprägt ist von Verfall und Tod.
Charles Bukowski
silver print, 1991, 99 x 66 cm / 38 x 25''
SAMMELN – PORTRAITFOTOGRAFIE, kuratiert von Bernd Reiß

Der Neue Kunstverein Aschaffenburg zeigt anlässlich der 5. Aschaffenburger Kulturtage mit dem Motto „Faszination Sammeln“ eine Ausstellung mit Portraitfotografien im 1. + 2. Stock, die sich in zweifacher Hinsicht auf das Thema „Sammeln“ bezieht: Zum einen stammen die Arbeiten aus einer der großen Sammlungen* zeitgenössischer Fotografie; noch wichtiger aber der Aspekt, dass der Kurator bei der Auswahl auch inhaltlich das Motto „Sammeln“ aufgreift: er wählt Künstler, die seriell arbeiten und zu bestimmten Themen Portraits „sammeln“, und Kunstwerke, die im Ganzen aus vielen Teilaspekten bestehen.
Im Mittelpunkt des ersten Teils der Ausstellung steht die dokumentarische Fotografie und das Thema historische Betrachtung und Erinnerung -
am Beispiel von August Sander, Christian Boltanski, Jochen Gerz und Nobuyoshi Araki.
August Sanders richtungsweisendes Werk „Die Menschen des 20. Jahrhunderts“ wird als Buchausgabe und mit 6 Abzügen präsentiert. Das siebenbändige Werk umfasst 619 Aufnahmen und ist ein enzyklopädisches Archiv, in dem der Fotograf an Einzelbeobachtungen ein fotografisches Gesamtbild der Weimarer Republik und der deutschen Gesellschaft bis in die 50er Jahre hinein zusammen getragen hat.
Christian Boltanski -
„Gymnasium Chases“: Das Klassenfoto, das als Vorlage diente, zeigt die Absolventen des jüdischen Gymnasiums in Wien. Sie versammelten sich am Ende des Schuljahres 1931 zum letzte Mal. Die 23 Ausschnittsvergrößerungen lassen die Gesichter verschwommen, entfremdet und abstrahiert erscheinen. Der Übergang zwischen Erinnerung und Geschichte, Leben und Tod stehen im Mittelpunkt des Interesses Boltanskis
Jochen Gerz -
„Die Zeugen“: Die Serie besteht aus 48 Frauenportraits von Einwohnerinnen der südfranzösischen Stadt Cahors. Den Fotoportraits ist ein Text einmontiert, welcher dem Gespräch entnommen ist, die der Künstler in der Woche der Urteilsverkündigung im Prozess gegen Maurice Papon mit den Portraitierten führte.
Nobuyoshi Araki -
eigentlich bekannt durch erotische Fotografien, wird mit der 1963 entstandenen anrührenden Kinderfotografieserie „Saatchin and his Brother Mabo“ von einer weniger vertrauten Seite gezeigt.
Der zweite Teil thematisiert die mediale Vermittlung von Realität und Wahrheit und vereint Künstler wie Dennis Adams, Gottfried Helnwein und Piotr Uklanski.
Dennis Adams -
verwendet Bilder, die eine mediale Präsenz hatten und in Zeitschriften, Magazinen oder Fachpublikationen reproduziert wurden. Die Installation „Patricia Hearst – A thru Z“ zeigt 26 reproduzierte Pressefotos aus der Zeit der spektakulären Entführung von Patricia Hearst, der Tochter des amerikanischen Zeitungsmoguls William Randolphe Hearst. Adams hinterfragt durch die reproduzierten Pressefotos den Informations- und Wahrheitsgehalt der medialen Bilder und die widersprüchlichen Wechselbeziehungen von Medien, Politik und Gesellschaft.
Gottfried Helnwein -
portraitiert in der Serie „Faces“ Persönlichkeiten wie Michael Jackson, Willy Brandt, Maximilian Schell, Elton John, Andy Warhol, Leni Riefenstahl u.a.. Obgleich vielmals zuvor fotografiert und jedem aus den Medien bekannt, zeigen sie sich in den Bildern jenseits aller Eitelkeiten, in einer ungewohnten Offenheit und Ehrlichkeit, die geprägt ist von Verfall und Tod.
Piotr Uklanski -
Die Serie „The Nazis“ von Piotr Uklanski ist eine 41-teilige Arbeit mit männlichen Portraits. Auch Uklanski arbeitet hier mit vorgefundenem Bildmaterial, mit Reproduktionen von „Nazi“-Darstellern aus amerikanischen und europäischen Filmen. Die medialen Bilder reproduzieren Klischees, die wiederum unser Bild von „Nazis“ bestimmen. Das Identifikationsproblem, bei dem Ideal, Klischee, Image, Rolle und Realität sich einander bedingen, verdeutlichen in der künstlerischen Produktion, dass Zu- und Einordnung nichts Eindeutiges sind.
Dauer der Ausstellung: 20. Juni – 18. Juli 2004
Eröffnung am Samstag 19. Juni 2004, um 18 Uhr
Begrüßung: Elisabeth Claus, Neuer Kunstverein Aschaffenburg
Einführung: Bernd Reiß, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main
Plakat, Katalog:
Helnwein, aus der Serie „Faces“, ©VG Bild-Kunst
Abb. 2: Atelier Yan Pei-Ming, Foto: Bernd Reiß
Yan Pei-Ming -

kuratiert von Bernd Reiß
Der international bekannte Künstler Yan Pei-Ming (1969 in Shanghai geboren, heute in Dijon lebend), Teilnehmer der letztjährigen Venedig-Biennale, kehrt mit neuen Arbeiten in den Kunstverein zurück, wo im Februar 1999 mit seinen großformatigen Werken (aus der Serien „Mao“, „Invisible Man“, „Dwarft“, „International Landscape“) das Ausstellungshaus eröffnet wurde. Parallel zur Ausstellung „Portraitfotografie“ werden auf allen drei Stockwerken Arbeiten von Yan Pei-Ming zu sehen sein.
Die zumeist riesig dimensionierten Arbeiten geben sich anonym und universal und doch trägt jedes Gesicht der meist in Serien gehängten Bilder individuelle Züge. Seine gemalten und gezeichneten Portraits von beeindruckender Präsenz werden von der Kunstkritik im Kontext von fotografischen Portraitserien diskutiert und rezipiert. Er selbst sagt, dass „die Malerei der Photographie als gleichwertige Form der Abbildung“ gegenüber stehe.
Für Aschaffenburg wird er im Erdgeschoss mit eigens für die Ausstellung geschaffenen Arbeiten zu sehen sein. Im ersten Stock wird ein 1999 erstelltes Wandbild wieder sichtbar und mit neuen Werken ergänzt, in 2. Stock werden 120 kleinformatige Kinderportraits, die zuletzt in Grenoble zu sehen waren, gezeigt.
Im Anschluss an die Eröffnung am 19.6.: Sommerfest des Neuen Kunstvereins im Innenhof, Musik: Bill Collins Texas Feuerzauber
Begleitprogramm:
Sa 10. Juli 19 –1 Uhr Museumsnacht im Rahmen des 5. Aschaffenburger Kulturtage AKt
Musik mit dem Joschi-Pevny-Trio, Bewirtung u.a. von Michelbergers historischer Bachkarre
Fr 16. Juli 14 – 17 Uhr + Sa 18. Juli 10 – 14 Uhr
KinderLANDing: Workshop für Kinder mit Ralf Edelmann (Anmeldung erforderlich )
Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Neuer Kunstverein Aschaffenburg, KunstLANDing, Landingstr. 16, 63739 Aschaffenburg,
Tel+Fax: 06021 – 299278, mobil 0171-2667532 (Bartkowski) oder 0171-9571166 (Claus)
E-Mail: oder nkvaschaffenburg@t-online.de,
Homepage: www.nkvaschaffenburg.de
Mit freundlichem Gruß
Elisabeth Claus + Heinz Bartkowski + Bernd Reiß
Abbildungsnachweis: Abb. 1: Gottfried H
* Wir danken der DZ BANK AG, Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt/M, für ihre Leihgaben
PRESSEMITTEILUNG NEUER KUNSTVEREIN ASCHAFFENBURG e.V. - Mai 2004




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