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October 4, 2013
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gegenwartskunst in Wien
Nicole Scheyerer
Micky-Mouse-grinst-von-der-Wand
Micky Mouse grinst von der Wand
In der Auktion mit Gegenwartskunst bei Im Kinsky in Wien werden sogar Taschentücher bemalt. Ein kleiner Blick auf das Angebot - zum Beginn der Herbstsaison.
Ganz auf die Zeitgenossen konzentriert sich die Versteigerung am 8.Oktober im Auktionshaus Im Kinsky in Wien, die 316 vor allem von heimischen Künstlern geschaffene Werke an den Bieter bringen möchte. Vom Katalog grinst eine der bösen Mickymäuse von Gottfried Helnwein „Mouse XI“, wie sie auch in seiner aktuellen Retrospektive in der Albertina hängt (30.000/60.000).
Gottfried Helnweins legendäre Mickey Mouse "Mouse XI".
mixed media (oil and acrylic on canvas), 2011

Ganz auf die Zeitgenossen konzentriert sich die Versteigerung am 8.Oktober im Auktionshaus Im Kinsky in Wien, die 316 vor allem von heimischen Künstlern geschaffene Werke an den Bieter bringen möchte. Vom Katalog grinst eine der bösen Mickymäuse von Gottfried Helnwein „Mouse XI“, wie sie auch in seiner aktuellen Retrospektive in der Albertina hängt (30.000/60.000).

Das teuerste Werk der Auktion stellt Arnulf Rainers frühe „Konstruktion TRR“ von 1952 dar, für die 75.000 bis 150.000 Euro veranschlagt wurden. Ein untypisches Bild des Künstlers ist seine Farbfeldmalerei „Proportionsstudie“, eine Mischtechnik auf Papier von 1953 (70.000/140.000). Von Wander Bertoni kommt die Bronze „Hermaphrodit V“ von 1961 zum Aufruf (25.000/50.000). Erwin Wurms bemalte Blechskulptur „Stiller Morgen II“ folgt noch seiner Handschrift der achtziger Jahre (30.000/60.000). Franz West bemalte bei seiner vorliegenden gestischen Abstraktion auch Taschentücher (20.000/40.000).

Ende der sechziger Jahre ließ der dem Wiener Aktionismus nahestehende Künstler Adolf Frohner rote Farbe über eine mit Pappdeckel und Zeitungsausschnitten beklebte Leinwand tropfen (25.000/50.000); Warhols Tafel mit 25 Fotografien zeigt hingegen die nackten und mit Blut- und Farben beschmierten Teilnehmer eines „Happenings“ (15.000/30.000). Mit „Kreuzigung“ kommt ein sehr frühes Bild von Markus Lüpertz zum Aufruf, auf dem er 1958 einen Christus darstellte, der vom Kruzifix herabzusteigen scheint (35.000/ 70.000).




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