News Update
May 4, 2013
ORF III
Kunst
Heinz Sichrovsky
erLesen: GOTTFRIED HELNWEIN, HERMANN NITSCH, ERWIN WURM.
Erlesene Gäste, erlesene Bücher - für die ORF-III-Bücher- und Kultursendung "erLesen" seit jeher Standard.
Diesmal präsentiert "erLesen" nun aber einen einzigartigen Fernsehhöhepunkt. Die drei international wohl bekanntesten österreichischen Künstler Gottfried Helnwein, Hermann Nitsch und Erwin Wurm treffen im Rahmen einer extralangen "erLesen"-Spezialsendung aufeinander und nehmen auf Heinz Sichrovskys Büchercouch Platz. Im Gespräch treffen sie auf Architekt und Ironimus Gustav Peichl.
Dienstag, 28. Mai, 20.15 Uhr
Wh. Mi 00.45 Uhr und 15.40 Uhr,
Do 12.30 Uhr
Die Sendung im Internet: tvthek.orf.at
Gottfried Helnwein, Erwin Wurm and Hermann Nitsch
2013
Gottfried Helnwein, Erwin Wurm and Hermann Nitsch
2013
GOTTFRIED HELNWEIN
Gottfried Helnwein ist direkt und offen, wie man ihn kaum kennt. Aus Österreich wegzugehen war der richtige Schritt – es gab zu viele Nazis damals, das Klima war repressiv und wenn man nicht der Norm entsprach wurde man auf offener Straße attackiert.
Was ihm abgeht so fern der Heimat? „Der ordinäre Wiener Dialekt“ – und Helnwein gibt gleich ein paar Geschichten preis, wo in Gläser „gebrunzt„ wurde oder der Kellner als „Beidl“ beschimpft wurde.
Jetzt in Los Angeles, wo er überwiegend lebt, glauben die Menschen, wenn er von der alten Zeit in Wien erzählt, er komme von einem anderen Stern. Er lebt gerne in den USA, obwohl die vermummten Polizisten wie Monster das Straßenbild prägen und man „based on suspicion only“ verhaftet und gefoltert werden kann.
ERWIN WURM
Erwin Wurm hängt sich auf keine Kunst auf außer seine eigene. Listen, die Künstler zu Stars machen und den Preis in die Höhe treiben interessieren ihn nicht. Das Wichtigste ist ihm, seine Arbeit tun zu können und dass sie ihm selbst gefällt.
Seine beiden erwachsenen Söhne sind im Gegensatz zu Helnweins Kindern überhaupt nicht kunstaffin. „Schwierig ist das für Kinder, wenn ihre Mütter oder Väter erfolgreiche Künstler sind“, meint er.
HERMANN NITSCH
Herrmann Nitsch wurden gerade 500.000 Euro aus dem Tresor gestohlen – die Summe, die er für sein nächstes Orgien Mysterien Theater „6 tages spiel“ gebraucht hätte. Es findet trotzdem statt, wenn auch diesmal ohne Live Schlachtung. „Die Tierschützer brauch ich nicht vor meiner Tür“, schüttelt er den Kopf.
Provozieren wollte er nie, es ging ihm lediglich um die Intensität und darum zu bewegen. Delacroix ging einst in die Schlachthöfe, weil die Farben dort solche Intensität hatten wie nirgends sonst. „Warum soll es nur den Wissenschafter interessieren dürfen, wie es drinnen in Mensch und Tier aussieht und den Künstler nicht?“
GUSTAV PEICHL
Gustav Peichl findet, dass Hermann Nitschs gegenwärtiges Schaffen eine Wiederholung sei. Dass Helnwein Wien als Ort der Ausgrenzung und Attacke empfand, stellt er gar in Abrede - was sich Helnwein natürlich nicht gefallen lässt – „über meine Biographie kann nur ich der Experte sein“, meint er.
Ein Dorn im Auge sind Peichl die derzeitigen Architekturauswüchse – vor allem die Dachausbauten in Wien. Dass er sowohl Architekt als auch Karikaturist ist, spaltet ihn innerlich kaum. Er kann mit beiden Identitäten gut leben, meint er.




back to the top