June 17, 2011
ORF
Radio Wien
Abdrücken, "wacheln", anschauen
Von A wie Adams bis W bis Warhol umfasst die Ausstellung "Polaroid (Im)possible" im WestLicht anlässlich des zehnten Geburtstags des Museums 350 Polaroid-Werke von 150 Künstlern. Von 17. Juni bis 21. August läuft die Schau.
Auch der in England lebende österreichische Künstler Gottfried Helnwein griff zur Polaroid-Kamera. Sein 1987 entstandenes Foto ist Teil der Ausstellung im WestLicht.
Künstler experimentierten in 60ern
Edwin Herbert Land heißt der Erfinder der Sofortbildkamera, die erstmals in den 30er Jahren auf den Markt kam. Wenige Augenblicke nach Abdrücken des Auslösers kommen bei der Polaroid-Kamera die Fotos auch schon fix und fertig aus der Kamera heraus.
Es war in den 1960er Jahren, als Land verschiedenste Künstler und Fotografen auf der ganzen Welt mit der Polaroid-Kamera "spielen" ließ. Die Namen der Kunstschaffenden reichen von Landschaftsfotograf Ansel Adams bis Pop-Artist Andy Warhol. Sie alle experimentierten mit der Polaroid-Kamera.
Welche unterschiedlichen Werke dabei herauskamen, zeigt das WestLicht ab 17. Juni in einer Ausstellung. Diese umfasst einen umfassenden Querschnitt aus der Sammlung von Land.
Warhol wählte den berühmten weißen Rand
Unterschiedlichste künstlerische Konzepte aller Genres von Mode bis Architektur spiegeln in Collagen, opulenten Arrangements und extravaganten Inszenierungen den Zeitgeist vergangener Jahrzehnte wider. Verschiedenste Polaroid-Kameras, Materialien sowie Formate dokumentieren die Entwicklung dieser Erfindung.
So wählte Andy Warhol für die beiden gezeigten Werke den Integral-Film mit dem berühmten weißen Rand. Gemeinsam mit der handlichen Kamera war es genau dieser Film, der bei den Massen die Begeisterung für die gleich greifbare Momentfotografie auslöste.
Auch der in England lebende österreichische Künstler Gottfried Helnwein griff zur Polaroid-Kamera. Sein 1987 entstandenes Foto ist Teil der Ausstellung im WestLicht.
Historische Sammlung in Großformat
Die einfache Handhabung machte die Polaroid-Kameras von Anfang an interessant. Einige Künstler verwendeten sie jedoch, da mit den Kameras und Filmen außergewöhnliche Aufnahmen im 20x24-inch-Großformat (50x60cm) gemacht werden können.
William Wegman war einer, der davon begeistert war und damit arbeitete. Sein "Gemälde" seiner verkleideten Hunde Man Ray und Fay Ray sind nicht nur weltberühmt, sondern auch in der Ausstellung zu sehen.
Für diese riesigen Polaroids musste eigens eine Spezialkamera konstruiert werden. Diese Kamera, 1,50 Meter hoch und 106 Kilogramm schwer, ist im Original aufgebaut und im Einsatz. Unter Anleitung von Jan Hnizdo, ehemaliger Polaroid-Chief-Operator, werden bekannte österreichische Fotografen mit dieser Kamera arbeiten.
4.400 Werke von 800 Künstlern
Möglich wurde die Ausstellung durch einen spektakulären Ankauf von WestLicht im März 2011. Als 2009 nach der Insolvenz von Polaroid bekanntwurde, dass die legendäre Polaroid-Collection mit ihren zwei Standorten in den USA und Europa als Teil der Konkursmasse versteigert werden sollte, ging ein Aufschrei durch die internationale Kunst- und Fotoszene.
WestLicht gelang es in letzter Minute, die europäische Sammlung, die 20 Jahre im Schweizer Musee de l'Elysee in Lausanne gelagert war, zu übernehmen und in ihrer Gesamtheit zu erhalten. Der einmalige Bestand umfasst insgesamt rund 4400 Werke von 800 internationalen Künstlern.




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