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April 1, 2003
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M magazine
M magazine traf Manson und den österreichischen Künstler Gottfried Helnwein, der mit ihm das kontroverse Artwork des neuen Albums kreierte
Der ehemalige Fotojournalist Brian Warner, der 1989 beschloss, sich in Marilyn Manson umzubenennen und sich hierfür Teile der Namen von Marilyn Monroe und Charles Manson borgte, kehrt mit dem Longplayer The Golden Age Of Grotesque in gewohnter Shocking-Manier in den Rockzirkus zurück. M magazine traf Manson und den österreichischen Künstler Gottfried Helnwein, der mit ihm das kontroverse Artwork des neuen Albums kreierte, in der Berliner Volksbühne. Begleitet wurde die Albumpräsentation der anderen Art von zwei Ausstellungen. In einer zeigte der aus Florida stammende Manson seine Malereien, die zweite widmete sich dem Album-Artwork, für das Helnwein verantwortlich zeichnet. Diese wird in Folge auch als Ausstellung um den Globus wandern und dabei auch in Wien Halt machen.
Bei der anschließenden Albumpräsentation im großen Theatersaal führte Manson dann persönlich als Moderator durch den Abend, präsentierte sein neues Video und performte 4 Songs, unter anderem den Klassiker "Show Me The Way To The Next Whiskey Bar" nur mit Pianobegleitung live. Der absolute Höhepunkt war aber die Stripeinlage seiner Herzensdame Dita Von Teese, die, nachdem sie sich vor dem Publikum zu legendärer 30er Jahre Musik vollkommen entblättert hatte, in ein übergroßes Cocktailglas voller Absinth sprang um das Publikum mit Alkohol zu taufen. Am darauf folgenden Morgen nach Marilyn Manson um etwa 17:00 traf M magazine den Meister der Finsternis zum Chat im Frühstücksraum.
M | Ein gelungener Abend war das gestern. Bist Du zufrieden?
Marilyn Manson | Ja, bin ich. …(nimmt einen Schluck aus seinem Absinthglas und zerbeißt die Eiswürfel in seinem Mund)… Die Leute scheinen es auch genossen zu haben. Die Stimmung war ein Wahnsinn. So eine Show wäre in Amerika sofort verboten worden. Es ist schön, dass so etwas hier möglich ist.
M | Wird es dich auch einmal ohne Make-Up auf einer Bühne geben?
Marilyn Manson | …(grinst schelmisch)… Ich denke nicht, denn das wäre zu vorhersehbar und somit nicht Marilyn Manson.
M | Warum hast du Berlin für die Weltpremiere deines Albums gewählt?
Marilyn Manson | Die Stadt Berlin, speziell in der Zeit bevor sie vom Krieg zerstört wurde, hatte großen Einfluss auf meine Kunst. Da ich in Hollywood wohne und die Medien permanent versuchen mich in eine gewisse Opferrolle zu drängen und zu zerstören, sehe ich hier große Parallelen. Die beste Musik wird eben immer dort geschrieben, wo jemand um sein Leben strampeln muss.
M | Das Getränk Absinth ist omnipräsent bei dir. Wie wäre es mit einer Eigenmarke? Marilyn Manson | Glaube mir, ich habe schon genug Geld in dieses Getränk investiert. …(lacht)… Aber im Ernst, das ist keine schlechte Idee und mir auch schon in den Sinn gekommen. Ein Marilyn Manson-Absinth wäre schon etwas Feines. Immerhin war es das Kultgetränk der Kunstszene Ende des letzten Jahrhunderts, bis es dann verboten wurde.
M | Kannst du dir vorstellen Dita Von Teese zu ehelichen?
Marilyn Manson | Hm, ich war schon mal verlobt und bin deshalb in dieser Hinsicht eher vorsichtig geworden. Richtig ist aber, dass ich mich mit ihr sehr wohl fühle, und dass sie auch einen großen Einfluss auf die Entstehung des neuen Albums gehabt hat.
M | Stimmt es, dass du ein Duett mit Robbie Williams planst für sein kommendes Album?
Marilyn Manson | …(lacht los)… Also so ist es nicht. Er ist zwar wirklich ein lustiger Kerl und seit neuestem auch mein Nachbar in Los Angeles, aber davon weiß ich nichts & ich kann es mir auch nicht vorstellen!




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