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June 1, 2003
www.the-gothicworld.de
Alexander Treder
das Artwork der neuen CD komplett vom Genie Gottfried Helnwein
Marilyn Manson, The Golden Age of Grotesque
das Artwork der neuen CD komplett vom Genie Gottfried Helnwein, das Album in den USA (mal wieder) kurz vor der Zensur (das eigentliche Albumcover eines als groteske Mickey Mouse verkleideten Marylin Manson, viel dennoch schon früh der Zensur zum Opfer) Und zuguterletzt der einzigartige und überraschend ruhige (und visuell recht "versaute") Theater-Auftritt in der Berliner Volksbühne, im April diesen Jahres. Mr. Manson everywhere.
MARILYN MANSON: "The Golden Age of Grotesque"

CD (Interscope / Universal)
Der Rauch hat sich etwas gelegt, das Gekreisch der "Moralapostel" etwas verstummt. Seit geraumer Zeit beglückt uns der "God of Fuck" mit seinem neuem Schaffenswerk "The Golden Age of Grotesque". Eine neue Sichtweise, ein neues Image, ein neuer Look, ein neues Thema.
MARILYN MANSON hat dick aufgetragen.
Den eigentlichen Songwriter Twiggy Ramirez vor die Tür gesetzt, das Artwork der neuen CD komplett vom Genie Gottfried Helnwein, das Album in den USA (mal wieder) kurz vor der Zensur (das eigentliche Albumcover eines als groteske Mickey Mouse verkleideten Marylin Manson, viel dennoch schon früh der Zensur zum Opfer) Und zuguterletzt der einzigartige und überraschend ruhige (und visuell recht "versaute") Theater-Auftritt in der Berliner Volksbühne, im April diesen Jahres. Mr. Manson everywhere.
Wo bleibt die Musik?
Die gibt's handlich verpackt in Form von "The Golden Age of Grotesque", quasi der Soundtrack zu Mr. Manson neuen Ufern. Und Manson hat dabei einen erstaunlich klaren Schnitt zu den vorigen Veröffentlichungen hinter sich gebracht. Verbunden mit dem Einstieg vom ehemaligen KMFDM Bassisten Tim Skold, hat MM den Industrial-Pegel wieder deutlich erhöht.
Nachdem die Fans der ersten Stunde, ihn für das immer noch unverstandene, aber bittertraurige und geniale "Mechanical Animals" Album fast verstoßen haben, und seine halbgare Rückkehr mit dem "HolyWood" Album nicht abgenommen haben, setzt Manson jetzt voll auf Charttauglichkeit. Kein Glamrock, kein Ultra-Krankes Gekreische, keine der genialen Manson-Typischen Halb-Balladen a la "Tornique".
"mOBSCENE" war ein Vorbote auf das gesamte Album. Egal ob "This ist the new shit", "Slutgarden" oder "Ka-boom Ka-boom", fast jeder Song ist mit einem Ohrwurm-Refrain ausgestattet, der meistens mit brachialer Uffta-Uffta Gewalt in die Gehörgänge gepresst wird. Von der Plattenfirma gerügt das Manson nicht mehr in den Ass kicken könnte, pendeln die Dezibel und BPM Anzeige stets im oberen Limit. Selten klang John 5´s Gitarre so brachial. Das gibt dem Album einen brutalen und fast militärischen Touch, der sehr gut das Feeling des aufkommenden stumpfen Nazi-Terrors im Berlin der 30 Jahre nachempfindet. Leider wirkt das Album dadurch etwas unrund, steht doch jeder Song für sich allein und etwas unkonzeptionell im Raum, im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen. Keiner der 16 Songs steht im Kontext zu einem Anderen und lässt das Album unpersönlich und kalt wirken. Alleiniger Höhepunkt des Albums ist ohne Zweifel der Titeltrack, der leise und ruhig die faszinierende Morbidität Mansons zum Ausdruck bringt.
"The Golden Age of Grotesque" ist definitiv Mansons härtestes und Distanziertestes, wenn auch nicht bestes Album. Vielmehr ist es ein Beiwerk zum Gesamtkunstwerk "MARILYN MANSON", der heute, in künstlerisch karge Zeiten, noch stets neu zu überraschen vermag.
"The Golden Age of Grotesque" wird den Weg in die Herzen der New Metal/New Rock Jünger finden, allerdings nur bedingt in die der eisenharten Manson-Fans.
Alexander Treder für GOTHICWORLD
Tracklist:
01 - Thaeter
02 - This Is The New Shit
03 - mOBSCENE
04 - Doll-Dagga Buzz-Buzz Ziggety-Zag
05 - Use Your Fist Not Your Mouth
06 - The Golden Age Of Grotesque
07 - (s)AINT
08 - Ka-boom Ka-boom
09 - Slutgarden
10 - Spade
11 - Para-noir
12 - The Bright Young Things
13 - Better Of Two Evils
14 - Vodevil
15 - Obsequey (The Death Of Art)
16 - Tainted Love
Kontakt:
www.marilynmanson.net




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