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December 15, 2004
Moskauer Deutsche Zeitung
Renata Kossenko
Eine Vielfalt an Zusagen
Licht und Schatten vereint in einem ewigen Moment – so könnte das Motto der Ausstellung „Das Versprechen der Fotografie“ lauten, die derzeit 270 Werke der weltweit besten zeitgenössischen Fotografen im Moskauer Haus der Fotografie präsentiert. Die Ausstellung ist ein Projekt der DZ Bank im Rahmen der deutsch-russischen Kulturbegegnungen. ...Porträts von Michael Jackson, Mick Jagger, Gottfried Helnwein, Willi Brandt und Clint Eastwood
Die Sammlung entstand in den vergangenen zehn Jahren und beinhaltet drei Hauptthemen: „Der Mensch“, „Die Natur“ und „Die industrielle Landschaft“, die alle die Transformationen in der Mitte und am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts widerspiegeln.
Außerdem vereint die Ausstellung verschiedene Fotogenre, wie Inszenierungs- und Reportagefotografie, sowie Stillleben, Porträts und Landschaftsaufnahmen.
Lebendig sind die Bilder von Andy Warhol, die berühmte Persönlichkeiten zeigen, wie Liza Minnelli, Tennessee Williams und Leister Persky, Papst Johannes Paul II., Henry Kissinger und Elisabeth Taylor. Witzig, erstaunlich und superlebendig – so könnte man den Stil des vielseitigen Künstlers beschreiben, dem es immer wieder gelingt, für jede einzelne Person eine außergewöhnliche Betrachtungsweise zu finden.
Der Foto-Konzeptualist Hiroshi Sugimoto experimentiert mit der Perspektive. Er fotografiert Landschaften von Meeren und Ozeanen, immer mit dem gleichen Blickwinkel – der Horizont ist im Zentrum des Bildes. Gespielt wird mit den Elementen Oben und Unten, Dunkles und Helles, Deutliches und Undeutliches, Luft und Wasser.
Klassische schöne Landschaften werden auf den Bildern von Gabriele Basilico dargestellt: eine Stadt aus der Vogelperspektive, die Küste am Meer und dazu das kunstvolle Spiel der Sonnenstrahlen am wolkigen Himmel.
Mindestens genauso interessant ist das Projekt von Dennis Adams, der jedem Buchstaben des Alphabets ein Frauenporträt zuordnet. So bekommt jedes der 26 Zeichen einen eigenen Charakter in Form einer lächelnden, nachdenklichen oder träumenden jungen Frau. Erst auf den dritten Blick sieht man, dass die Porträts alle von der gleichen Frau stammen. Diese Geschichte hat ihren Ursprung im Jahr 1979, als die Tochter des bekannten amerikanischen Geschäftsmannes Hearst entführt wurde und in den Massenmedien zur Legende wurde. Adams sammelte die Fotos von Patricia Hearst über zehn Jahre hinweg, erst dann entstand das Projekt „Patricia Hearst A, B, C…“.
Jason Oddy ist für seine Experimente mit der Räumlichkeit bekannt. Ein einfacher Korridor strahlt plötzlich eine ungeahnte Lebendigkeit aus. Die Grenzen des Künstlichen werden aufgeweicht, es scheint, als könnte man in das Bild eintreten. Von der bewegten Darstellung wird dem Betrachter fast schwindelig.
Nächstes Motiv: Ein wandelnder Mann auf der Straße einer Großstadt im Regen. Außerdem Porträts von Michael Jackson, Mick Jagger, Gottfried Helnwein, Willi Brandt und Clint Eastwood; Kinderbilder des berühmten japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki und noch viele andere spannende Werke. „Das Versprechen der Fotografie“ hält, was es vorgibt.
Bis 18. Januar 2005
Ul. Ostoschenka 18,
M. „Kropotkinskaja“
Tel.: 202 76 12




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