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May 19, 2005
OÖnachrichten
Austria
Bernhard Lichtenberger
Lentos Museum verliert Besucher - Rettet Helnwein Rollig?
Zwei Jahre nach der Eröffnung leidet das Linzer Kunstmuseum Lentos an massivem Besucherschwund. Eine große Ausstellung des in Los Angeles und Irland lebenden Malers Gottfried Helnwein ab März 2006 soll das Haus wieder beleben. 2006 muss die Kurve wieder nach oben zeigen, sonst wird es für die Direktorin eng. Dabei soll ihr Gottfried Helnwein, Meister der Irritation, helfen, der ab März mit seinem Werk zu sehen sein wird: "Seit er vor 20 Jahren aus Österreich weggegangen ist, hat er hier keine große Ausstellung mehr gehabt. Um ihn haben wir mit einer anderen bedeutenden österreichischen Institution gerittert."
Lentos Museum of Modern Art, Linz
2005

Was soll die Museumsführung feiern? Dass sich die Zahl der Besucher von 27.000 (1. Quartal 2004) auf 13.000 (1. Quartal 2005) mehr als halbiert hat? Dass sich demnach in den ersten drei Monaten des Jahres pro Öffnungsstunde 20 Menschen in das Haus an der Donau verirrt haben? Dass kritische Stimmen gegen die künstlerische Leiterin Stella Rollig wieder lauter werden? Politischen Kreise reden davon, dass ab Herbst die Zukunft Rolligs auf dem Spiel steht.
Von den OÖN auf die unerfreuliche Statistik angesprochen, begibt sich die seit einem Jahr werkende Rollig auf Ursachensuche: "Wenn man sich international die Zahlen der Museen anschaut, die in den letzten Jahren gebaut wurden, so ist es überall so, dass es am Anfang eine Besucher-Hausse gibt, und dann geht es einmal runter." Das sei einleuchtend, da der Neuheitsbonus irgendwann wegfalle.
Zudem habe die Stadt Linz "mit meiner Bestellung eine Neupositionierung als Museum angestrebt, das aktuelle Kunst zeigt. Hier müssen wir erst neue Publikumsschichten erschließen." Und drittens habe sie schon wenige Monate nach ihrer Bestellung Programm machen müssen: "Natürlich ist es dann nicht so einfach, höchstkarätige Ausstellungen zu kriegen."
Meister der Irritation
2006 muss die Kurve wieder nach oben zeigen, sonst wird es für die Direktorin eng. Dabei soll ihr Gottfried Helnwein, Meister der Irritation, helfen, der ab März mit seinem Werk zu sehen sein wird: "Seit er vor 20 Jahren aus Österreich weggegangen ist, hat er hier keine große Ausstellung mehr gehabt. Um ihn haben wir mit einer anderen bedeutenden österreichischen Institution gerittert."
Im Herbst 2006 folgt eine Architekturausstellung: "Neue Museen des 21. Jahrhunderts".
Ihr Einstandsschicksal vergleicht Rollig mit dem von Landestheater-Intendant Michael Klügl. "Da hat es am Anfang auch geheißen, er spielt das Theater leer. Dann ist es ihm gelungen, ein neues Publikum zu finden, und jetzt geht er höchst erfolgreich weg. Das macht mir Hoffnung."




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