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March 3, 2006
Die Presse
Kultur – Ausstellungen
Johanna Hofleitner
Der Unbequeme
Auch wenn man sie nicht mag: Ins Gedächtnis haben sie sich auf jeden Fall gebrannt – die grimassierenden, oft bandagierten und bis zur Unerträglichkeit verzerrten, stets in Riesenformaten gemalten Fratzengesichter, die uns Gottfried Helnwein seit den 1970ern vorsetzt. Ein Hauptwerk schuf Helnwein im Spätherbst 1988 in Köln, als er in Erinnerung an die “Reichskristallnacht” auf einem hundert Meter langen Band zwischen Dom und Ludwig-Museum eine Reihe monsteriöser Kindergesichter affichierte. Helnweins politische Kraft steht auch im Mittelpunkt dieser umfassenden Personale im Lentos. Ihr Ziel ist es, den Blick weg vom Provokateur auf den Künstler Gottfried Helnwein zu lenken.
Am ihrer hyperrealistischen Malweise ist deutlich die Prägung durch den Phantastischen Realismus eines Rudolf Hausner abzulesen. Mit ihm teilt Helnwein das Interesse am menschlichen Antlitz, bei ihm absolvierte er auch sein Kunststudium an der Wiener Akademie.
Mit sarkastischen Illustrationen für “Profil” und andere Magazine sicherte sich das 1948 in Linz geborene Enfant terrible bald die Wahrnemung der breiten Öffentlichkeit. Über die Jahrzehnte erweiterte Helnwein, der nach Jahren im Rheinland heute in Kalifornien und Irland lebt, vor allem sein mediales Repertoire, arbeitete unter anderem 2003 mit Schock-Rocker Marilyn Manson an Foto-, Video-, und Performance-Projekten.
Ein Hauptwerk schuf Helnwein im Spätherbst 1988 in Köln, als er in Erinnerung an die “Reichskristallnacht” auf einem hundert Meter langen Band zwischen Dom und Ludwig-Museum eine Reihe monsteriöser Kindergesichter affichierte. Helnweins politische Kraft steht auch im Mittelpunkt dieser umfassenden Personale im Lentos. Ihr Ziel ist es, den Blick weg vom Provokateur auf den Künstler Gottfried Helnwein zu lenken.




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