01. May 1984
lngrit Seibert.
Zur besten Zeit des "Kurier" brachte er die ferne Welt des Films durch seine Kolumnen in die heimischen Stuben. Als das Fernsehen das Thema Film nicht länger übersehen konnte, war klar, daß er engagiert werden mußte - inzwischen hat Peter Hajek auch Shows und einen Kinofilm gedreht. Sein jüngster Film – über Gotffried Helnwein - wird am 16. Mai gezeigt. Und Hajek zeigt dabei so nebenbei, was er gelernt hat in den vielen Jahren, da er weltweit den Großen der Branche als Berichterstatter bei der Arbeit zusehen durfte.
Innen Nacht. Eine kindliche Unschuld, düsteres Stiegenhaus, vom fahlen Schein der Straßenlaternen erhellt. Das Kind geht, läuft treppab, treppab, treppab; endlos. Fühlt sich verfolgt. Ein Schatten wirft sich an die Wand. Langer, langer Hals. eigenwillige Mundpartie...
Die Unschuld flieht in Panik, erreicht den erleuchteten Hof, dreht sich aufatmend um – da fällt er über sie her, kreischend, attackiert sie flügelschlagend, hackt seinen Schnabel nach ihr. Die Ente war's - Donald, the duck. Ausgekocht hat derartige Zelluloid-Visionen mit Hitchcockschem Touch und schräger Pointe ein schüchtern-blauäugiger Mensch, ein – wiewohl bärtiger – Idealschwiegersohn. Das Thema seines neuen abgründigen Licht-Spieles ist auch ein so netter, erfrischend normaler Junger Mann: Gottfried Helnwein.
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