15. February 2006
Lentos Magazin Nr. 1/06
Ich glaube dass alle Arbeiten eines Künstlers im Grunde immer nur um ein einziges zentrales Anliegen oder Motiv kreisen. Und jedes Werk so etwas wie ein neuer, mehr oder weniger erfolgreicher Versuch ist, diesem Grundthema näher zu kommen, es sichtbar zu machen, zu fassen, zu formulieren, obwohl es im Prinzip immateriell ist und daher nicht fassbar ist und keine Form hat.
Der Amerikanische Sammler Kent Logan hat gesagt, dass das zentrale Thema all meiner Abeiten immer das Kind sei, und er hat 2004 eine Ausstellung mit dem Titel "The Child" im San Francisco Fine Arts Museum mit-initiiert, die genau diesen Aspekt in meinem Werk zeigen sollte. Das Konzept war offensichtlich schlüssig, die Austellung wurde von fast 130 000 Besuchern gesehen und der San Francisco Chronicle bezeichnete sie als die wichtigste Ausstellung eines zeitgenössischen Künstlers im Jahr 2004.
Frau Stella Rollig hat aber auf einen zweiten, ebenso wichtigen Aspekt in meiner Arbeit hingewiesen: das Gesicht. Aus dieser Sichtweise sind meine Arbeiten noch nie gezeigt worden, und beim Zusammenstellen der Bilder für diese Ausstellung ist mir selbst erst bewusst geworden, wie wesentlich dieser Aspekt ist, und plötzlich schienen mir meine Arbeiten nur mehr aus Gesichtern zu bestehen.
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