Länge: 7:20 min
Ihre Leidenschaft fürs Wegwerfen und Ausrangieren von Objekten steht auf den ersten Blick in Widerspruch zu ihrem Beruf: Als Leiterin des Lentos Kunstmuseum Linz ist Stella Rollig schließlich auch für die hauseigene Kunst-Sammlung sowie für deren Erweiterung durch Neuankäufe zuständig.
"Ich bin eigentlich eine Person, die ständig damit beschäftigt ist, Ballast abzuwerfen. Also überhaupt keine Sammlerin, sondern eine, für die Ausmisten ein großer Akt der Befriedigung. Bereut habe ich das bis jetzt nur selten."
Nippes - also eigentlich völlig nutzlose Ziergegenstände - mag Rollig überhaupt nicht. Doch einer kleiner chinesischen Porzellanfigur, die eine in Tücher gekleidete liegende Person darstellt, kann selbst sie einen sentimentalen Wert nicht absprechen. Erstanden hat sie die Figurine vor eineinhalb Jahren in Los Angeles, wo sie zwecks Ausstellungsvorbereitung den Maler Gottfried Helnwein und seine Frau besuchte.
"Was mich besonders anspricht, ist ihr Gesichtsausdruck. Sie hat so ein fast seliges Lächeln, das um diese Porzellanlippen spielt. Allerdings, und das gefällt mir auch, ist nicht ganz klar, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt."
Nicht nur als Souvenir aus Chinatown hat die Porzellanfigur für Rollig eine besondere Bedeutung. Mit ihrer entspannten Körperhaltung soll die Figur ihre Inhaberin auch an die Wichtigkeit des Müßiggangs erinnern.
"Ich habe einen gewissen Hang zum Workaholismus. Wenn man mich nicht einbremst oder ich mich nicht selber einbremse, dann arbeite ich eigentlich von früh bis spät. Aber es ist eben auch wichtig, nichts zu tun!"
"Das ist eigentlich das Beste - sich hinzulegen. Den Körper und den Geist gleichzeitig zu entlasten."Stella Rollig
Text: Christa EderDownload-TippÖ1 Club-DownloadabonnentInnen können die Sendereihe "Leporello" vom Montag, 27. November, bis Freitag, 1. Dezember 2006, 7:52 Uhr gesammelt jeweils am Freitag nach Ende der Ausstrahlung 30 Tage lang im Download-Bereich herunterladen.
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