Dagegen leuchtet die Affinität zwischen Helnwein und Heiner Müllers "Hamletmaschine" unmittelbar ein, nicht nur weil am Ende, wie es die Regieanweisung verlangt, Ophelia in Mullbinden geschnürt wird. Die gewalttätige Sprache des Ende 1995 verstorbenen Dramatikers und Regisseurs bohrt sich, statt wie bei Helnwein mit chirurgischen Instrumenten, mit Worten in das Fleisch. Auch hier geht es um Opfer, allerdings um Opfer, die sich wheren und in der Wahl ihrer Mittel die Brutalität ihrer Umwelt widerspiegeln. Hamlet will seine Mutter vergewaltigen, töten und "die Leiche in den Abtritt stopfen". Täter und Opfer sind kaum noch unterscheidbar, alle haben "Gedanken, die voll Blut sind."