Aber als Hans bei mir auftauchte, einfach so ankam und fragte, ob ich Bühne und Kostüme für Macbeth machen wolle, schlug die Art, wie er mir seinen Macbeth vermittelte, bei mir sofort Funken. Dieses erste "feeling" bestätigte sich in der Folge; die künstlerische Zusammenarbeit mit Hans Kresnik gehört zum besten, was ich je erlebt habe. Es gab von Anfang an keine überflüssigen Gespräche oder langwierigen Erklärungen. Hans' Vorgehen ist aggressiv und kompromißlos, und das hat sehr viel mit meiner Malerei gemeinsam. Wir kommen zwar aus verschiedenen Medien, aber unsere Intentionen, die Triebkraft, die hinter unserer Arbeit steht, sind wesentlich verwandt. Hans versteht meine Ideen und Entwürfe zu Bühnenbild und Kostümen sofort, akzeptiert vieles ohne langes Bereden, und umgekehrt greifen seine knapp vorgebrachten Wünsche und Vorstellungen bei mir. Es gibt da einfach eine Gemeinsamkeit, die unsere Zusammenarbeit leicht macht. Kresnik verfügt scheinbar mühelos über eine unglaubliche Kraft und einen ungeheuren Arbeitswillen. Ich habe das Gefühl, Kresnik muß permanent arbeiten und alles niederwalzen, je mehr desto besser. Er ist einfach ein Mensch, der nicht nicht arbeiten will, der nie beschaulich sein könnte. Bei allen Künstlern, die ich schätze oder die mich interessieren, ist das ähnlich. Es gibt keinen wichtigen Künstler, der jemals ohne Arbeit sein könnte oder der gar andauernd Erholung bräuchte.