Neben den vielen Bildern von verletzten und misshandelten Kindern ist das große Thema in Helnweins Werk ab Anfang der achtziger Jahre die Selbstdarstellung. Peter Gorsen verweist in Bezug auf die Selbstporträts Helnweins auf die Bedeutung des Mundes als zentrales Kommunikations- und Ausdrucksmittel: „Auch in den naturalistisch gemalten Köpfen und Selbstbildnissen, die teilweise im Maßstab 1:1 und noch größer ausgeführt sind, liegt der Akzent auf dem Ausdruck des Mundes und der Lippen, während der Kopf häufig bandagiert und bis zur Unkenntlichkeit verbunden ist. Der singende, schreiende, beißende oder schmerzverzerrt aufgerissene, durch chirurgische Metallklammern aufgeklaffte, bis in den Rachen hinein sichtbare Mund erscheint als gähnende, manchmal zahnbewehrte Öffnung. Es besteht kein Zweifel darüber, daß dieses ebenso lust- wie angstbesetzte, einverleibende’ Organ, durch das die Grenzen des Körpers freiwillig oder gewaltsam überschritten werden können, im Werk Helnweins eine große Bedeutung hat.“213