Die mixed media - Serie "Fire", der ein fotografischer Naturalismus zugrunde liegt, ist in den Jahren 1994 bis 1996 entstanden und setzt das Interesse von Gottfried Helnwein an Portraits, egal ob religiöse Idole, Rockstars, Verbrecher, bildende Künstler, Politiker oder Schauspieler uneingeschränkt fort. In dieser Serie scheint das Portrait realistisch und nüchtern, kaum mehr als eine objektive Abbildung von Menschen, die es scheinbar wert sind, abgebildet zu werden. Dahingegen antworten die "48 Portraits" von 1991, die ausschließlich Gesichtsaufnahmen weiblicher Persönlichkeiten includieren, auf ein Werk eines anderen Künstlers, nämlich Gerhard Richter. Scheint bei "Fire" der künstlerische Kommentar noch sehr zurückgenommen, so spurt man in den "48 Portraits" bereits gesellschaftliche Kritik. Kritik übt Helnwein auch an einer gesellschaftlich etablierten Darstellungsweise, nämlich den Hochglanzbildern der "Hochglanzpersönlichkeiten". Selbst wenn sich der Künstler zum Beispiel mit Andy Warhol, Charles Bukowski oder William S. Burroughs bereits Berühmtheiten auswählt, die sowohl für ihre Genialität, als auch für die dunkle Seite ihrer Persönlichkeit bekannt sind, scheint die Art der Darstellung doch nicht nur psychologisierend zu sein, da besonderes Augenmerk auf das Abgründige und Kaputte im Menschen gelegt worden ist.