Von
Beginn seiner Karriere an war Helnwein kontroversiell und provozierte
verschiedenste Reaktionen auf seine Werke, die immer an die eigene
Realität des jeweiligen Betrachters anschließbar waren und bis
heute wahlweise Anziehung oder Ablehnung erzeugen. Er versucht den
ein- und ausschließenden Rahmen seiner Bilder lesbar zu machen, um
so jene Momente zu kreieren,
in denen die Repräsentation von Gewalt in eine Gewalt der
Repräsentation umschlägt. Die Einbettung in die Massenmedien als
Vierte Gewalt unterstreicht nur seine Praxis. Dabei geht es ihm immer
auch um grundsätzliche Fragen: nach der Kunst und ihrer Entstehung,
ihrer Lesbarkeit, ihrer Wirkung, ihren Wurzeln und ihren Grenzen. Er
sieht sich zwar weder als Schmerzensmann noch als Maler, dennoch
benutzt er ohne viel Hang zur Idyllik das klassische Tafelbild und
erzeugt ein oppositionell romantisches Lebensgefühl. Durch die
immerzu wiederholte Darstellung von Gewalt werden die Opfer nicht
verinnerlicht oder mystifiziert, sie fordern vielmehr Kommunikation.
Helnwein,
dessen ganze Empathie den Kindern gilt, schöpft wie ein scharfer
Analytiker aus den Tiefen des Unbewussten. Er verfügt über das
visuelle Instrumentarium, eben das zum Ausdruck zu bringen, was einer
jeden menschlichen Existenz innewohnt.