Zuerst wurde gar nicht gejodelt, dann doch: 1000 Jodler und ein Pudertanz eröffneten die Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024.
Mit dabei waren 23 Gemeinden in den Bundesländern Steiermark und Oberösterreich. Bannerstadt blieb Bad Ischl, hier trank Ai Weiwei einen Tee, der ihm nicht schmeckte, wir berichteten.
Dafür aber war der chinesische Starkünstler vom Kaiserpark so begeistert, dass er hier eine grandiose Werkschau ermöglichte. Sie wurde mit 58.868 Besuchern zum Publikumsmagneten der Kulturhauptstadt. Die vom Linzer Lentos Museum kuratierte Schau zur NS-Raubkunst „Die Reise der Bilder“ war in Linz, Lauffen und Bad Aussee zu sehen, 50.000 Besucher kamen. Größte geografische Breite hatte Bill Fontanas „Silent Echoes“, eine Klanginstallation zwischen der „Notre Dame“ in Paris und den Dachstein-Eishöhlen, die auch live in Graz, Linz und im Museumsquartier Wien zu hören war. Einzigartig!
Eiseskälte
im Park und Hitze in den Köpfen: Den Pudertanz am 21. Jänner werden
viele nie vergessen: Männer und Frauen unterschiedlichen Alters und
unterschiedlicher Hautfarbe, darunter Rollstuhl-Tänzer, entfesselten
eine Nackt-Performance, die Wiener Choreografin Doris Uhlich tanzte
selbst mit.
Der Pudertanz löste wochenlang Aufregung und heftige Debatten in den sozialen Medien aus: Die einen fanden es mutig, die anderen abstoßend. Viele erinnern sich noch heute daran. Uhlichs Bilanz: „Es ist ein starkes positives Echo geblieben. Der Pudertanz verkörperte Weltoffenheit, einen weiteren Begriff von Schönheit, erzeugte auch Empathie.“
Und sie war das erste Mal „richtig raus aus der Kulturblase“. Letztlich war der Pudertanz ein furchtloses Plädoyer für die Freiheit der Kunst, das brachte ihr zu Recht den Österreichischen Kunstpreis 2024 ein.
Aus
für das international renommierte Wiener Kunstforum! Überfallartig
kündigte die Bank Austria/UniCredit der Kunstforum-Chefin Ingried
Brugger die Schließung an. Trotz Einnahmenrekord will man 10 Mio.
einsparen.
Skandale
überschatteten die Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA mit dem
Brucknerhaus: Dietmar Kerschbaum war u.a. wegen Compliance-Verstößen im
Juli als Intendant entlassen worden. Eine Chat-Affäre in Zusammenhang
mit dessen Bestellung brachte Bürgermeister Klaus Luger zu Fall, das
Dienstverhältnis mit dem kaufmännischen Leiter wurde aufgelöst. Derzeit
hat Konzertmanagerin Johanna Möslinger interimistisch die künstlerische
Leitung über. Ein neues Führungs-Duo wird per Ausschreibung gesucht.
„Jedermann“
Philipp Hochmair und „Buhlschaft“ Deleila Piasko überzeugten als neues
Traumpaar am Salzburger Domplatz. Robert Carsens Inszenierung sorgte für
einen neuen Boom, es gab bereits Anfang Juli keine Karten mehr.