Ja, das ist der Österreicher-Bonus, wie ein deutscher Freund einmal verständnislos-resigniert dieses Älpler-Streicheln nannte, und schon sehr selbstkritisch und unempfänglich müsste der so lange Jahre benachteiligte Austriaker sein, dem das nicht gefiele.Und so nimmt er denn in Kauf, was sich seit Jahr und Tag mehr oder weniger aufdringlich aus der Heimat meldet: lauthalse Pop-Sänger und selbstüberschätzte Jung-Maler, eingebildete Zeitungsmacher, beleidigte Dichter und nervende Grün-Politiker; Pluhhars und Hellers, Helnweins und Holleins, Nennings und Bernhards. Sie alle rühren die Werbetrommel, und je depremierter und todessehnsüchtiger, je morbider und selbstzerfleischender sie ihr Lied auf ihre Stadt singen, desto grösser scheint die Anziehungskraft.(Auszug)