Alfred Kubin wird als einer der geistigen Väter von Gottfried Helnweins experimenteller Kunst genannt. Grund genug, dem großen böhmischen Zeichner und Illustrator, der heuer seinen 40. Todestag feiert, im Rahmen des NÖ Donaufestivals ebenfalls Ausstellungs-Raum zur Verfügung zu stellen. Gesagt, getan. Alf Krauliz gebar die Idee, Hilde Matouschek entwickelte das Konzept und das Oberösterreichische Landesmuseum (Alfred Kubin starb im oberösterreichischen Zwickledt) stellte seine Werksammlung zur Verfügung.
"Über die andere Seite" nennt sich die ambitionierte Schau, die sich hauptsächlich auf den wenig bekannten Roman gleichen Titels, den Kubin nach einer Schaffenskrise verfaßte, stützt. Zu sehen sind mehr als 60 Exponate aus den Beständen des Landesmuseums, die sich in eindringlicher Art mit der Apokalypse beschäftigen.
Themen sind die andere Seite: Träume, Visionen, Dämonen, Angst und Tod. In ihnen läßt Kubin die Welt des Fin de Siécles am Ende des 19. Jahrhunderts erstehen und blickt gleichzeitig auf die Wende zum 21. Jahrhundert. Ausgestellt sind die Exponate in den ehemaligen Mönchsschlafsälen des Dominikanerklosters Krems und können so auch gemeinsam mit Gottfried Helnweins "Apokalypse" in den Sakralräumen besichtigt werden.