Wer Helnweins bizarre fotorealistische Grafik kennt, den kann Derartiges eigentlich kaum noch erschüttern. Offensichtlich kennt man seine Kunst in Hamburgs oberen Kulturetagen nicht. Kultursenator Ingo von Münch wetterte: "Persönlich ist dieses Plakat für mich unerträglich frauenverachtend. Ich hoffe, die Inszenierung wird besser als das Plakat." Ins gleiche Horn tutet auch Wolf Biermann. "Wollen wir hoffen, daß die Inszenierung interessanter ist als das Plakat."
Vorsichtiger gehen mit der Beurteilung des "Skandals" Schauspieler wie Heidi Kabel um: "Ob es nun Kunst ist oder nicht - ich mag es nicht. Aber Helnwein muß man wohl mit anderen Maßstäben messen." Während der Kunsthaus-Chefin Petra von der Osten-Sakken dazu "nur Alice Schwarzer" einfällt, reagiert Rolf Mares, Staatsoperndirektor, wie ein Profi, der den Betrieb kennt: "Es ist persönlich nicht mein Geschmack. Aber Zadek ist ja angetreten zu provozieren."
Und das tut Zadek ja höchst erfolgreich schon seit längerem. Mit Helnweins Hilfe. Für "Andi" warb vor einem Jahr der nackte Hintern des Hauptdarstellers.