June 1st, 2004
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Das Paradies und die Peri
Inhalt und Konzept Mit der szenischen Aufführung des Oratoriums „Das Paradies und die Peri“ erwartet das Publikum einen der glanzvollen Höhepunkte des Schumannfestes. Unter der Künstlerischen Leitung des Startänzers Gregor Seyffert und in der multimedialen Ausstattung des österreichischen Malers und Aktionskünstlers Gottfried Helnwein entsteht eine neue spartenübergreifende, faszinierende Deutung des 1843 komponierten Werkes. Die 1850 veröffentlichten Haus- und Lebensregeln Schumanns geben folgendes wieder: „Bedenke auch, dass es Sänger gibt, dass im Chor und Orchester das Höchste der Musik zur Aussprache kommt.“ Das erste Werk, in dem Schumann diesem hohen Anspruch gerecht wurde, war das weltliche Oratorium „Das Paradies und die Peri“ aus dem Jahr 1843. Das Libretto basiert auf einem der vier Verserzählungen des Orient-Epos Lalla Rookh“ von Thomas Moore.

Der Peri, dem Kind eines gefallenen Engels und einer Sterblichen, wird aufgrund seiner unreinen Herkunft der Zutritt zum Paradies verwehrt. Eine Opfergabe soll ihr Zutritt verschaffen. Zwei ihrer Gaben werden von den himmlischen Wächtern nicht anerkannt: das Blut eines tapferen jungen Kriegers, vom Tyrannen Gazna erschlagen, und der letzte Seufzer einer in den Armen ihres von der Pest dahingerafften Geliebten sterbenden Jungfrau. Erst mit der dritten Gabe erreicht sie ihr Ziel: mit den Tränen eines Verbrechers beim Anblick eines betenden Knaben.Schumann könnte Moores Nacherzählung der persischen Legende bereits als Jugendlicher in Zwickau kennen gelernt haben, zu einer Vertonung entschloss er sich erst einige Jahre später. Er dachte zuerst an eine Oper, nachdem das Libretto fertig gestellt war, schien ihm die Form des Oratoriums besser geeignet zu sein.Die Geschichte fordert aber eine szenische Umsetzung geradezu heraus. Robert Schumann selbst sprach 1843 davon, einen großen Opus fertig gestellt zu haben, den größten, den er bis dahin unternommen hatte: Ein Oratorium – oder viel wichtiger, „ein neues Genre für den Konzertsaal, aber nicht für den Betsaal“ – welches Ausdruck seiner offensichtlichen Sehnsucht nach der Oper war.Die Peri wurde in Amsterdam, Prag, Zürich und selbst in New York begeistert vom Publikum aufgenommen, kurz: mit diesem Werk errang Schumann internationale Berühmtheit.Das musikalisch wie stofflich tief ergreifende Oratorium um Schuld, Vergebung, Erlösung und Suche nach seelischem Frieden fasziniert Seyffert und Helnwein gleichermaßen: „Mit seiner wunderbaren Poesie und seiner spirituellen Kraft ist dieses Meisterwerk immer aktuell,“ so Seyffert, und Helnwein fügt hinzu: „Mich interessiert besonders der am kindhaften Engelswesen der Peri festgemachte Gedanke von Verletzlichkeit und Unschuld, ein Thema, das ja auch in meinen Arbeiten eine zentrale Rolle spielt.“Gemeinsam wollen die beiden Künstler die facettenreichen Handlungsschichten von „Das Paradies und die Peri“ in einen mehrdimensionalen, interaktiven Bühnenraum integrieren und mit Mitteln eines virtuosen Körper-, Bild- und Musiktheaters zum Ausdruck bringen. Ausgangspunkt ist das runde, geschlossene Auditorium der in einen Theater-Aktionsraum verwandelten Tonhalle, in dem Betrachter und Akteure eine Einheit bilden; eine Einheit, die keine Distanz zum Geschehen zulässt und eine emotionale Verbundenheit schafft. Die Himmelsebene wird von Luftakrobaten, die Bühnenebene und die Ebene der Zwischenspiele von Musikern, Sängern, Tänzern und Schauspielern belebt. Optischen Zusammenhalt geben Bilder, Kostüme, Beleuchtungskonzept und Video-Projektionen von Gottfried Helnwein – der statt eines Bühnenbildes im klassischen Sinn eine multimediale Installation ankündigt.Den Orchesterpart übernehmen die Düsseldorfer Symphoniker unter Leitung ihres Generalmusikdirektors John Fiore, den Konzertchor stellt der Städtische Musikverein Düsseldorf – dabei werden Chor und Orchester ganz im Sinne der Gesamtkonzeption interagierend ins Geschehen eingebunden. Neben Gregor Seyffert und seiner Tanz-Compagnie wirken internationale Artisten mit, der Sopranist Jörg Waschinski singt die Partie der Peri, weitere Sänger sind Markus Schäfer, Tenor, Alison Browner, Mezzosopran, Anke Krabbe, Sopran, Andreas Post, Tenor, Raimund Nolte, Bariton, und Karl Lehmann, Bass.

Scene from the video "Das Paradies und die Peri"

9. Juli und11. - 14. Juli 200420 UhrTonhalleEintritt: 45/37/31/25/19 €13. Juli - d:ticket14. Juli - d:ticket