„Die Technik hat mich in gewisser Weise nie interessiert, ist immer Mittel zum Zweck“, erklärt der Künstler selbst. Bilder, die glauben machen, dass es sich um ein Foto handelt, sind Ölgemälde. Andere Werke, die wie gemalt erscheinen, sind Fotografien. Der Effekt der Irritation ist vom Künstler gewollt. „Die Reaktion des Betrachters ist für mich Antwort auf meine Arbeit“, sagt Helnwein. „Die Wahl meiner Motive und Bildkompositionen ist rein intuitiv“, so der österreichische Fotorealist weiter. Dass er dabei viel Kritik übt und mit seinen Werken auch aufrütteln will, steht nicht in Frage.
Gezeigt werden knapp 60 großformatige Gemälde, Handzeichnungen und digitale Fotografien. Die meisten dieser Bilder waren bisher noch nicht in Deutschland ausgestellt. Sie wurden in Zusammenarbeit mit der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen und dem Künstler ausgewählt, dessen Ausstellung The Child (Fine Arts Museum of San Francisco, 31.7-28.11.04) erst kürzlich vom San Francisco Chronicle zur besten Museumsausstellung des Jahres 2004 gewählt wurde.
Die Serie „Epiphany“, bei der sich Helnwein historischer Aufnahmen bedient und sie durch Hinzunahme von Kinderabbildern in einen neuen und interpretationswürdigen Kontext stellt, können verstörende Wirkung haben. Das Kind ist in Helnweins Arbeit seit jeher zentrales Thema. Modelle sind meist die eigenen Kinder oder Kinder von Freunden und befreundeten Künstlern. Gezeigt werden die Kinder nicht selten in schockierenden Zusammenhängen, gedemütigt, entstellt, als Ikonen der Leidensfähigkeit.
Wie kontrastreich Helnwein arbeitet, zeigt sich bei der Auswahl der Exponate. Zwei seiner aktuelleren Arbeiten sind raumgreifende Panoramabilder irischer Landschaften. Immer menschenleer und entvölkert bringt Helnwein seine direkte Umgebung auf die 5 x 1 m große Leinwand.Der an der Wiener Akademie ausgebildete Maler bekennt, von der Rockmusik und Walt Disney mehr beeinflusst zu sein als von Mozart und Leonardo da Vinci. In den letzten Jahren hat sich zwischen ihm und dem amerikanischen Rockmusiker und Performancekünstler Marilyn Manson eine kongeniale Zusammenarbeit entwickelt: Die Ausstellung zeigt eine Reihe von Arbeiten, die zusammen mit Marilyn Manson entstanden sind.
Zur Ausstellung ist zum Preis von 24,50 Euro ein Begleitbuch „Gottfried Helnwein: Beautiful Children“ erschienen.
Gespräche über die AusstellungGottfried Helnwein: Beautiful Children mit:Prof. Dr. Christian PfeifferLeiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes NiedersachsenSonntag, 24. April, 18 Uhr.Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann und Dr. Ralph Ludwig,Redaktion Religion und Gesellschaft, NDR Landesfunkhaus HannoverDienstag, 3. Mai., 18 Uhr.Wilfried SchulzSchauspiel-Intendant des Niedersächsischen StaatstheatersDonnerstag, 19. Mai, 18 UhrTermin:13. März bis 12. Juni 2005
Wilhelm-Busch-Museum Dienstag bis Freitag 11–17 Uhr Samstag, Sonn- und Feiertage 11–18 Uhr