Verunstaltete Kinder. Gesichter, verzerrt von medizinischen Instrumenten. Junge SS-Offiziere um eine madonnenhafte Frau mit Kind. Aber auch Starporträts und wunderschöne Landschaften. Gemälde, die wie Fotos wirken, und umgekehrt: Die bizarre Bilderwelt des Gottfried Helnwein (56) ist ab morgen (11.30 Uhr) im Wilhelm-Busch-Museum zu sehen: “Beautiful Children”.
Helnwein, der weltberühmte Künstler. Geboren in Österreich, zu Hause in Irland. Freundlich, ruhig, mit Brille und Piraten-Kopftuch. Vater (Vier Kinder) und Kunst-Schocker.
Immer wieder krasse Kinderdarstellungen – warum? “Mein Hauptthema. Die Unschuld und die Verletzungen, die ihr zugefügt werden”. Persönliche Erfahrungen? “Ich bin nicht gross körperlich misshandelt worden. Aber meine Kindheit in Wien der Nachkriegszeit war sehr bedrückend und grau.”
Es gibt auch Bilder von Donald Duck oder US-Schock-Rocker Marilyn Manson. Helnwein: “Meine Rettung in der Kindheit. Meine Bilderwelt bestand aus katholischen Folterdarstellungen, und dann kam als positiver Gegenpol Entenhausen dazu. Und meine erste Begegnung mit Rockmusik war ein Kaugummibildchen von Elvis. Ich konnte kaum glauben, dass es einen so schönen Menschen geben sollte. Bis dahin war ich immer nur von Hässlichen umgeben.”

