June 19th, 2005
Neue Ruhr Zeitung
"Unverzichtbar für unsere Zeit und Welt"
Marc Hippler
AUSSTELLUNG / "Beautiful Children" von Gottfried Helnwein sind seit gestern in der Ludwig Galerie im Schloss zu sehen. Zur Eröffnung sprach Bundestags-Vizepräsidentin Antje Vollmer. "Es hat wirklich zu lange gedauert, bis man jetzt Gottfried Helnwein wieder in Deutschland sehen kann." Antje Vollmer (Die Grünen), Vizepräsidentin des Bundestages, machte bei ihrer Rede zur Eröffnung der Ausstellung "Beautiful Children" in der Ludwig Galerie keinen Hehl daraus, dass sie sich auch persönlich über die Rückkehr des Künstlers freut. Seit 1995 hat es keine Ausstellung des gebürtigen Wieners in Deutschland gegeben. Entsprechend groß war gestern der Andrang im Schloss Oberhausen. Viele der mehr als 70 Werke sind so neu, dass sie hierzulande zum ersten Mal überhaupt ausgestellt werden. Kein Wunder also, dass Galerie-Direktor Bernhard Mensch stolz auf die Schau ist.
Head of a Child III

AUSSTELLUNG / "Beautiful Children" von Gottfried Helnwein sind seit gestern in der Ludwig Galerie im Schloss zu sehen. Zur Eröffnung sprach Bundestags-Vizepräsidentin Antje Vollmer.

"Es hat wirklich zu lange gedauert, bis man jetzt Gottfried Helnwein wieder in Deutschland sehen kann." Antje Vollmer (Die Grünen), Vizepräsidentin des Bundestages, machte bei ihrer Rede zur Eröffnung der Ausstellung "Beautiful Children" in der Ludwig Galerie keinen Hehl daraus, dass sie sich auch persönlich über die Rückkehr des Künstlers freut. Seit 1995 hat es keine Ausstellung des gebürtigen Wieners in Deutschland gegeben. Entsprechend groß war gestern der Andrang im Schloss Oberhausen.

Viele der mehr als 70 Werke sind so neu, dass sie hierzulande zum ersten Mal überhaupt ausgestellt werden. Kein Wunder also, dass Galerie-Direktor Bernhard Mensch stolz auf die Schau ist.

"Unartige Kinder" als Hoffnungsträger

Helnweins Bilder zeigten Kinder einerseits als Geschöpfe, die von der Gesellschaft gefügig und blind gemacht würden, andererseits aber als "unartige Kinder", die auch Hoffnungsträger sein könnten, so Mensch. Seine künstlerische Arbeit, seine Provokationen und Mahnungen seien "unverzichtbar für unsere Zeit und Welt", sagte Mensch gestern.

Der 1948 in Wien geborene Künstler kam auch selbst zur Ausstellungseröffnung, ließ aber andere über seine Kunst sprechen. Vor allem Antje Vollmer, die seit mehr als 20 Jahren mit Helnwein befreundet ist. Sie lobte Helwein als einen Künstler, der nie gefällig sei oder sich nach Geschmack richte. Seine Bilder verstörten und faszinierten zugleich. Im Gegensatz zur um sich greifenden Spaßkultur sei Helnwein ein politischer Künstler.

Unberührt lassen Helweins größtenteils großformatigen Gemälde und Fotografien niemanden. Kindergesichter, die friedlich und schön aussehen, Kinder, die aber auch misshandelt, verletzt, sogar tot sein könnten. Ausgeführt mit handwerklicher Perfektion: Gemaltes sieht wie Fotografiertes aus und umgekehrt.

Ein prominenter Eröffnungs-Gast bekam eine private Führung vom Künstler selbst: Alfred Biolek streifte gestern nachmittag durchs Schloss.

Bis zum 3. Oktober. Täglich (außer montags) 11 bis 18 Uhr. www.ludwiggalerie.de