Der Humor des blendend weißen Stücks ist absolut schwarz. Die Performer Benoît Lachambe und Isabelle Schad malträtierten bei den Dancekiosk-Shortcuts im Sprechwerk mit ihrem einförmig rätselhaften Duo "White Trash" die Zuschauer.
Das Prinzip Hoffnung sei durch das Prinzip Hilfe zu ersetzen, meinte Peter Brook in einem Interview. Die alptraumhaft langsamen Bewegungen der Tänzer, das (gegenseitige) Verbinden mit Klopapier, die Griffe der Hilfe scheinen das Diktum erbarmungslos konjugieren zu wollen. Wie nah Samariterdienst und Tortur einander sind, zeigte schon Gottfried Helnwein in seinen geknebelten Bandage-(Selbst)-Porträts. Lachambre mit der Papiermütze überm Kopf erinnert an die Folterbilder aus dem Irak.
Auch im Labor, das bisweilen verschwommen über die Leinwand flimmert, herrscht Krieg: Mit Medikamenten gegen den Krebs. Die Leiden der Welt lassen Täter wie Opfer gesichtslos werden. Immerhin einen Funken Trost läßt Lachambre: Den Terror des anschwellenden Soundtracks aus Knistern und Atemkeuchen bricht am Schluß vital eine zärtliche Rumba. Das Prinzip Hoffnung ist wohl doch noch nicht ganz verloren. (-itz)
Am 23. 7. zeigt Sven Seeger sein Solo "Whatever" im Sprechwerk,Klaus-Groth-Straße 23, Karten zu 12/ erm.10 Euro unter Tel: 24 42 39 30.