Lentos-Chefin Stella Rollig muss sich mit Kritik und dem Namen Agnes Husslein herumschlagen, die als ihre Nachfolgerin gehandelt wird. Husslein zu den OÖN: "Ich weiß nicht, wer das erfunden hat."Seit einem halben Jahr steht Stella Rollig im Kreuzfeuer der Kritik, da die nackten Besucherzahlen nicht für die künstlerische Leiterin des Lentos sprechen. In den ersten neun Monaten des heurigen Jahres ist die Zahl der Kunstinteressierten um 33 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Quartalen von 2004 gesunken: von 64.000 auf 43.000.Und wie es scheint, will der städtische Geldgeber und Eigentümer, der pro Jahr zwei Millionen Euro gibt, die Direktorin nicht mehr aus der Schusslinie lassen.Dafür sorgt mit besonderer Vehemenz der rote Planungsstadtrat Klaus Luger, der die schlechten Zahlen in einem politischen Häuserkampf nützt, dem schwarzen Kulturreferenten Erich Watzl den ebenso schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben.
In diesem Farbenspiel hat Rollig trotz dargelegter Bemühungen momentan die schlechtesten Karten. Ihr größter Trumpf ist die ausgehandelte Vertragsdauer bis 2009. Hält sie dem massiven Druck stand, dann kann sie vielleicht auch ihre Trümpfe ausspielen, mit denen sie 2006 das Blatt zu wenden gedenkt: Die große Personalie Gottfried Helnwein, österreichischer MalerPendler zwischen Irland und Los Angeles, hat das Zeug zu einem sicheren Stich beim Publikum.
Es ist alles eine Frage des Durchhaltevermögens. Solches hat bereits Agnes Husslein gezeigt, deren Name als Rolligs Erbin noch vor derem Karriereende in Umlauf ist. Husslein leitet seit 2000 das Museum der Moderne in Salzburg - wo sie von Anbeginn mit kritischen Anwürfen konfrontiert war. Das Handtuch hat sie erst geworfen, als es um eine Vertragsverlängerung ging.Husslein, die Salzburg mit Jahresende verlässt, im OÖN-Gespräch: "Mich hat niemand gefragt. Das sind reine Spekulationen. Ich weiß gar nicht, wer das erfunden hat. Für mich ist das sehr ungenehm. Da komm' ich dazu wie die Jungfrau zum Kind. Wenn man mit Frau Rollig nicht zufrieden ist, dann soll man das mit ihr ausdiskutieren, aber nicht unbedingt über die Medien." Was sie täte, wenn man sie in der Sache anspreche? "Dann höre ich mir das an." Ihr erklärtes Ziel sei aber nach wie vor Wien. Das Lentos betrachtet Husslein als "ein schönes Museum". Die Programmierung? "Dazu gebe ich keinen Kommentar ab."Der Linzer Vizebürgermeister und Kulturreferent Erich Watzl ist der Überzeugung, "dass man sich das Programm und die Besucherzahlen 2006 genau anschauen soll." Falls es zu einer vorzeitigen Vertragsauflösung mit Rollig kommen sollte, "dann geht das nur im konstruktiven Miteinander." Und zwar "zwischen Frau Rollig, dem Linzer Bürgermeister Dobusch und mir", sagt er in Anspielung auf Luger, der als Personalreferent den Vertrag von Rollig unterschrieben hat.
Jedenfalls wolle Watzl "in dieses laufende Polit-Hick-Hack nicht einsteigen, weil mir als Kulturreferent ist es auch wichtig, wie mit den Mitarbeitern im Kulturbereich umgegangen wird. Da macht auch der Ton die Musik" - und in der derzeitigen Lentos-Diskussion sind einige Misstöne dabei.