Linz - Die Chefs des Linzer Kunstmuseums Lentos haben Vorwürfe, es gebe einen Besucherrückgang und das Haus biete ein unattraktives Programm, zurückgewiesen. Mit den Vorwürfen wurde eine Diskussion um eine vorzeitige Ablöse des Duos begründet.
Die Künstlerische Leiterin des Museums Stella Rollig und der kaufmännische Direktor Gernot Barounig verwiesen darauf, dass ein Eröffnungsjahr 2003 nicht der Maßstab für die Folgejahre sein könne. Ausgehend von einem Besucherstand bis Ende September 2005 von 43.000 könne für das gesamte Jahr mit rund 60.000 Besuchern gerechnet werden. Das ergebe gegenüber dem Jahreswert 2004 mit 81.000 einen Rückgang von 25 und nicht wie kolportiert von 43 Prozent. Gegenüber der durchschnittlichen Besucherzahl der Neuen Galerie - der das Lentos nachfolgte - der Jahre 1997 bis 2002 mit rund 18.000 Besuchern ergebe sich vielmehr eine Verdreifachung.
60.000 Besucher seien angesichts der Rahmenbedingungen wie Einzugsgebiet, Nächtigungszahlen und Alternativangebote, auf der Basis der von der Stadt Linz gewählten Positionierung als modernes und zeitgenössisches Museum sowie im Hinblick auf die engen budgetären Rahmenbedingungen auch im Vergleich zu anderen Häusern eine durchaus respektable Größe. Nichtsdestrotz sei eine Steigerung der Besucherzahl erklärtes Ziel für das kommende Jahr.
Rollig und Barounig nannten abschließend drei Highlights für 2006: Von März bis Juni stellt Gottfried Helnwein im Lentos aus. Die Schau "Nomaden im Kunstsalon", die Ende Jänner eröffnet wird, bietet nach Auskunft des Museums "anregende Sinnenfreude für Schaulustige und interkulturelle Vergleiche". Ab November sind in der internationalen Ausstellung "Das 21. Jahrhundert: Neue Museen" Arbeiten internationaler Architekten zu sehen. (APA)