Nicht so einfach liegt der Fall in Heidelberg. Dort wirbt das Theater mit einem Foto des toten ehemaligen Ministerpresidenten Uwe Barschel für Johann Kresniks choreographische Fassung von Shakespeares "Macbeth" , deren Premiere wegen einer Bombendrohung fast geplatzt wäre. Es zeigt den Leichnam des glücklosen Politikers in der berümten Badewannen-Lage.
Auch wenn die Absicht des Plakates klar ist - eine Parallele herzustellen zwischen William Shakespeares mordsüchtigem Thronräuber und den schlimmen Machenschaften Barschels -, hier stösst Theaterwerbung, zudem bar jeder ästhetischen Gestaltung, nicht nur spekulativ an die Grenzen des guten Geschmacks.Sie verletzt auch die Menschenwürde eines Toten.Für eine Institution,die die Verteidigung der Menschenwürde auf ihr Panier geschrieben hat, ein würdeloses Unterfangen.