Der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch hat gestern im OÖN-Gespräch sozusagen die Notbremse gezogen - und die Gerüchte um eine vorzeitige Vertragsauflösung von Lentos-Chefin Stella Rollig dementiert. Wie geht es nun weiter?
Die Besucherzahlen im Lentos müssen im kommenden Jahr deutlich gesteigert werden. Das ist klar. Wie? Das ist nicht nur, aber vor allem eine Frage der inhaltlichen Konzeption. Ab März ist die große Ausstellung von Gottfried Helnwein geplant, eine sicher publikumswirksame Schau. Doch die alleine kann es noch nicht sein. "Das Museum ist so groß, dass dort mehrere Interessensgebiete befriedigt werden können", sagte Dobusch zu den OÖN. In diesem Sinne gilt es nun, im Lentos weiterzudenken. Ebenso wie die Aufhebung des Sperrtages am Dienstag zu überlegen.
Lentos-Chefin Stella Rollig ist derzeit im Ausland, ihre den OÖN übermittelte offizielle Stellungnahme: "Das Lentos-Direktorium hat mit der Stadt Linz vereinbart, zur aktuellen Diskussion nicht weiter mit eigenen Kommentaren beizutragen, um einen Schlusspunkt der Auseinandersetzungen zu erreichen. Die inhaltliche Diskussion wird im Verwaltungsausschuss weitergeführt."
Der Verwaltungsausschuss Museen - bestehend aus dem Linzer Vizebürgermeister und Kulturreferenten Erich Watzl (VP), Vizebürgermeisterin Christina Dolezal (SP), Personalreferent Klaus Luger (SP) und Stadtrat Jürgen Himmelbauer (Die Grünen) - wurde 2003 begründet als Art Überbau der beiden Linzer Museen Lentos und Nordico, wo die Besucherzahlen ebenfalls nicht rosig ausschauen. Geplant ist seither, auch die Schienen für eine inhaltliche und personelle Zusammenführung dieser beiden Häuser zu legen. Was bisher weder theoretisch noch praktisch gelungen ist.
Doch Dobusch und Luger drängen nun auf die schnelle Zusammenlegung der beiden Häuser, weil dadurch auch Personal- und Verwaltungskosten einzusparen wären.Dieser Punkt einer Neukonzeption für beide Häuser wird bei der nächsten Sitzung des Ausschusses - voraussichtlich Ende Oktober - intensiv zu diskutieren sein.