November 16th, 2005
Neues Volksblatt
Der Provokateur als Zugpferd
Lentos-Programm für 2006 mit Gottfried Helnwein und Architektur-Highlights
So überschrieb Lentos-Direktorin Stella Rollig ihr von langer Hand vorbereitetes Jahresprogramm für das kommende Jahr, in dem vom 9. März bis 5. Juni mit einer großen Werkschau Gottfried Helnweins — wie heuer mit der Ausstellung „Just do it!“, die international Beachtung gefunden hat — wieder die „Themenführerschaft“ angestrebt wird, so Rollig. Der Künstler, in den 70er- und 80er-Jahren als „Schockkünstler“ mit seinen „Profil“-Covers, Illustrationen und Posters bekannt geworden, soll im heutigen Kontext „als ein von innerstem Antrieb her zutiefst politischer Künstler“ zur Diskussion gestellt werden.
Lentos Museum of Modern Art Linz

image: © Österreichischer Museumsbund

Die Ausstellungen des Lentos im Jahr 2006 folgen weiterhin der Programmatik, mit der das Haus sich ... im österreichischen wie im internationalen Kunstbetrieb klar positioniert: Ambitionierte Arbeit mit der Sammlung, um den Bestand an Werken des 19. bis zum 21. Jahrhundert für das Publikum und für die Wissenschaft zu erschließen und in ungewohnten Zusammenhängen (neu) zu vermitteln. Dazu eine reiche Folge von Wechselausstellungen vorwiegend zeitgenössischer Kunst, die Linzer und überregionalen Besucherinnen - und Besuchern einflussreiche Positionen österreichischer wie internationaler Kunst vorstellt bzw. diese in thematische Zusammenhänge stellt“: - Themenführerschaft wie bei „Just do it!“ -

So überschrieb Lentos-Direktorin Stella Rollig ihr von langer Hand vorbereitetes Jahresprogramm für das kommende Jahr, in dem vom 9. März bis 5. Juni mit einer großen Werkschau Gottfried Helnweins — wie heuer mit der Ausstellung „Just do it!“, die international Beachtung gefunden hat — wieder die „Themenführerschaft“ angestrebt wird, so Rollig. Der Künstler, in den 70er- und 80er-Jahren als „Schockkünstler“ mit seinen „Profil“-Covers, Illustrationen und Posters bekannt geworden, soll im heutigen Kontext „als ein von innerstem Antrieb her zutiefst politischer Künstler“ zur Diskussion gestellt werden.

- Die erste Ausstellung des Jahres unter dem Titel „Noma-den im Kunstsalon“ gilt einer spannenden Gegenüberstellung wertvoller historischer Kelims aus der oö. Sammlung Prammer mit abstrakten Werken der Kunst des 20. Jahrhunderts von Größen wie Arnulf Rainer, Richard Serra oder Herbert Bayer. Die nächste Großausstellung gilt im Sommer den Skulpturen und Plastiken aus der eigenen Sammlung einschließlich der renovierten Skulpturen des Forum Metall an der Donaulände.

- Das kostenintensivste Projekt (etwa 100.000 Euro) wird die internationale Architekturausstellung über die aktuellsten spektakulären Museumsbauten von Architekturstars wie Zaha Hadid und Daniel Libeskind, die ab 23. November auf ihrer Tour durch Europa in Österreich einzig in Linz zu sehen sein wird, bevor sie in die USA, nach Japan und Australien weiterwandert. - Geplant, aber finanziell noch nicht gesichert: eine Werkschau der österreichischen Malerin und Konzeptkünstlerin Johanna Kandl, bereits fix: Ausstellungen der jungen Britin Vanessa Jane Phaff, die auch junge Besucher anziehen soll, und ein Filmprojekt der kalifornischen Künstler Edgar Arceneaux und Charles Gaines, das Kunst und Musik der Moderne in Zusammenarbeit mit dem Bruckner Orchester unter Dennis Russell Davies und seinem kalifornischen Pendant verschmilzt.

bt