March 9th, 2006
Oberösterreichische Nachrichten
Der Coup
Irene Judmayer
Kommentar
Ein Raum ist viel zu wenig für Helnweins Bilder
Keine Frage: Wer auch immer die Helnwein-Ausstellung im großen Lentos-Saal arrangieren musste, hat hier das Bestmögliche versucht. Wer aber die Chance, einen Besuchermagneten wie Gottfried Helnwein zeigen zu können, bis auf winzige Ausnahmen auf einen einzigen Raum reduziert, dem gebührt harsche Kritik.

Es zeugt von untragbarer organisatorischer Kurzsichtigkeit, wenn sich Lentos-Chefin Stella Rollig nicht großzügig auf Helnwein konzentriert, sondern parallel eine (für sich ja durchaus reizvolle) Kelim-Ausstellung zeigt.

Es zeugt von wenig Sensibilität für den Platzbedarf von Großformaten, wenn sich fast vierzig Bilder mit einer derart massiven Ausstrahlung nicht auf mehrere Räume aufteilen können.

Es zeugt von wenig Gespür für adäquate Umsetzung, wenn Lentos-Chefin Rollig Künstler Helnwein zwar dafür dankt, dass er dem Lentos einen "Coup" ermöglicht, sie dessen Rahmenbedingungen aber gleichzeitig beschneidet.

Helnwein lobte Rollig für ihr Kunst-Engagement als "Fels in der Brandung". Dazu ist zu sagen: Die Unbeweglichkeit von Felsen ist angesichts der sich ständig verändernden Anforderungen von Kunst nicht immer ein Vorteil ...

Ein Raum ist viel zu wenig für Helnweins Bilder

OÖnachrichten vom 09.03.2006