January 1st, 2005
DZ BANK Kunstsammlung
Raum 38.04 - Gottfried Helnwein - Kinderhand und Kindergesichter
Kunst am Arbeitsplatz
Mit dem im April 1993 eröffneten Hochhauskomplex von Kohn/Petersen/Fox in der Frankfurter Westendstraße, der längst einen unverwechselbaren Platz in der Skyline einnimmt, verfügt die DZ BANK über ein modernes Dienstleistungszentrum. Wie schon Claes Oldenburgs und Coosje van Bruggens Krawatte - "Inverted Collar and Tie",1994 - auf dem Vorplatz deutlich macht, versteht das Institut Kunst als Element der Unternehmenskultur. So wurde seit dieser Zeit eine "corporate collection" aufgebaut, die mit über 5.000 Exponaten zu einer der größten und angesehensten ihrer Art zählt.
Helnweins künstlerische Praxis beruht auf der Erkenntnis der
grundsätzlich unterschiedlichen Seinsform von Fotografie und Malerei. — Einerseits schöpft er als einer der konsequentesten Multimedia-Künstler

Lernen Sie die DZ BANK Kunstsammlung kennen! Im Gebäude Westend 1 in Frankfurt finden Sie auf jeder Etage fotografische Werke bedeutender Künstler.

Etage Künstler Werk

Westend 1/Eingangslobby Marie-Jo Lafontaine Videoskulptur mit Klanginstallation: "Berauscht von Ewigkeit vergesse ich die Bedeutungslosigkeit der Welt"Cityhaus II, Flur Clegg & Guttmann Museum for the WorkplaceCityhaus II, Unterführung zum Westend 1 Robert Barry Wallpiece03. Etage Helmut Schweizer s/w-Fotografien, "Handlungen alltägliches"04. Etage Will McBride s/w-Fotografien; diverse Titel07. Etage Will McBride s/w-Fotograifen; diverse Titel08. Etage Johannes Brus, Erwin Wurm, Roman Signer Das energetische Potential der Dinge13. Etage Laurenz Berges, Lynne Cohen, Katharina Bosse, Günther Förg, Matthias Hoch Innenräume16. Etage Beat Streuli New York City 1991/9317. Etage Walter Niedermayr Die bleichen Berge18. Etage Franco Fontana Landschaften19. Etage Boris Savelev diverse Titel20. Etage Jan Dibbets a.d.S.: Ten Cupolas + Ten Windows21. Etage Stephen Shore Uncommon Places22. Etage Virxilio Vieitez/Wolfgang Tillmans Familienbilder24. Etage Emanuel Raab/Lewis Koch heimat.de/Nachtlandschaften26. Etage Tamara Grčić Die Bank, Frankfurt28. Etage Ralph Gibson, Bettina Rheims, Miron Schmückle, Stefan Weiss Körper29. Etage Mario Giacomelli s/w-Fotografien; diverse Titel30. Etage Axel Hütte Landschaften31. Etage Heinrich Riebesehl/Gerd Kittel Aus der neuen und der alten Welt32. Etage Boris Becker, Roland Fischer, Naoya Hatakeyama, Heiner Schilling Architektur33. Etage Nobuyoshi Araki, Imogen Cunningham, Joan Fontcuberta, Brigitte Kleinehanding, Marie-Jo Lafontaine, Werner Pawlok,Sigrid Rothe, Dennis Stock Blumen34. Etage Arthur Tress Teapot Opera35. Etage Sebastião Salgado Aus den Werkgruppen: Sahel, Workers, Lateinamerika36. Etage Graciela Iturbide, Albrecht Tübke, Lars Tunbjörk Bürger37. Etage Pietro Donzelli s/w-Fotografien; diverse Titel38. Etage, Foyer Anna und Bernhard Blume Metaphysik ist Männersache38. Etage, Empfang Robert Barry Wallpiece, Portraits38. Etage, Flubereich Gisèle FreundLuigi GhirriMario Cravo Neto PortraitsAtelier MorandiVoodooRaum 38.01 Anton Corbijn Bono, Mexico, 1997 Joni Mitchell, Santa Monica, 1999Raum 38.02 Astrid KleinRudolf Bonvie GedankenchipsEniac IRaum 38.03 Angela Grauerholz BaselRaum 38.04 Gottfried Helnwein Kinderhand und KindergesichterRaum 38.05 Emanuel Raab Zelt, KonstruktionRaum 38.06 John Baldessari Six Colour Coded Notes PadsSix Colour Coded LampsRaum 38.08 Inge Rambow WüstungenRaum 38.10 William Wegman LettersRaum 38.11 Mario Merz Isola della FruttaRaum 38.12 Thomas Bayrle Pfingstsonntag 1993;Aus der Serie: GridRaum 38.13 Nobuyoshi Araki Laments: From Close-RangeRaum 38.14 Jochen Gerz Your ArtRaum 38.15 Hiroshi Sugimoto Aegean Sea, Pillion 1;Black sea, Ozuluce;Mirtoan sea, Sounion I;North Atlantic, cliffs of moher I;Mediterranean sea, Cassis II;Ionian sea, Santa Cesarea I40. Etage Gert KittelLarry FinkArno Fischer Menschenbilder:Route 66Aus der Serie: BrokerOst-Berlin, West-Berlin, Müritz41. Etage Guido Guidi Landschaften42. Etage Magdalena Jetelová Atlantic Wall44. Etage Luigi Ghirri Die unspektakuläre Stille50. Etage James Turrell Skylobby - Bar

Darüber hinaus ist das Unternehmen auf vielfältige Weise in der Kunstförderung engagiert. Substanzielle Teile der Kunstsammlung gingen in jeweils abgewandelter Form 1998 - 2000 unter dem Titel "Das Versprechen der Fotografie" mit großer internationaler Resonanz auf eine Ausstellungstournee durch renommierte Kulturinstitute von Tokio und Hannover über Paris und New York bis nach Berlin, Frankfurt und Brüssel. Die vorerst letzte Präsentation unter diesem Thema fand im Rahmen der deutsch-russischen Kulturbegegnung 2004/2005 in Moskau statt.

Die Sammlung konzentriert sich auf das fotografische Bild in der internationalen zeitgenössischen Kunst und damit nicht nur auf das Schlüsselmedium aller technischen Bildgenerierung, sondern auch auf einen Motor der Kunst spätestens seit den sechziger und siebziger Jahren: das Spannungsfeld zwischen Malerei und Fotografie.

Man kann nämlich sagen, die Einverleibung der Normen der Malerei durch die Fotografie ist das eigentliche Kunstereignis des 20. Jahrhunderts.Die Sammlungsstrategie geht von der Aktualität aus, wobei der Schwerpunkt naturgemäß bei den achtziger und neunziger Jahren liegt. Hilla und Bernd Becher und ihre "Schule" (etwa Andreas Gursky, Candida Höfer und Thomas Ruff) nehmen hier einen wichtigen Platz ein.Das breite Sammlungsspektrum erlaubt, das Medium Fotografie von seinen Anfängen als Dokumentationsmittel bis zu seinen heutigen vielfältigen Beziehungen zu anderen Kunstformen zu verfolgen. Es erstreckt sich unter anderem vom Dokumentarismus klassischer Reportagefotografie (Barbara Klemm, Sebastião Salgado) über malerisch orientierte subjektive Sichtweisen (Angela Grauerholz, Tracey Moffatt) und medienreflexive Ansätze (Thomas Florschuetz, Rodney Graham) bis zu konzeptuellen und raumbezogenen Bildvorstellungen (Jochen Gerz, Alex Hartley).

Große Teile des Bestands sind in der Frankfurter Zentrale der DZ BANK und in zahlreichen in- und ausländischen Niederlassungen für die Mitarbeiter - sowie für Kunden, Gäste und die kunstinteressierte Öffentlichkeit - immer präsent.Obwohl jede Etage - ob monografisch, dialogisch oder thematisch angelegt - für sich stehen kann, vermittelt sich die besondere Qualität dieser Kunstsammlung vor allem im Gesamtzusammenhang der im Haus gezeigten Werke.

Hubert Beck