Er hegt zwar ein großes, sinistres Faible für Disney-Figuren (er malte beispielsweise den Schockrocker Marilyn Manson als böse Mickymaus), hat sich aber zeit seines Lebens sozialen oder gesellschaftspolitischen Anliegen sehr verpflichtet gefühlt. Auch "Der Schrei", ein Selbstporträt mit tief einschneidenden Wundklammern in den Augen (zu sehen auf dem Cover des Scorpions-Albums "Blackout"), zeigt eine Art umfassende Qual der menschlichen Kreatur.
Bei Brockstedt ist nun eine Helnwein-Werkschau zu sehen. Neben Federzeichnungen, Gouachen und Grafik - so die Plakatentwürfe für Zadeks "Lulu"-Inszenierung - werden 15 Acryl-Gemälde des Caravaggio-Bewunderers präsentiert, darunter eine Version vom "Schrei", das berühmte neonkalte Marlene-Dietrich-Porträt - und ein "Macbeth"-Diptychon, 1987 nach Uwe Barschels Tod im Hotel Beau Rivage entstanden. (cab.)
Vernissage am Sonnabend von 16-21 Uhr in der Galerie Brockstedt (Mommsenstr. 59). Danach ist die Ausstellung bis zum 21. Oktober jeweils Di-Fr 10-18 und Sa 10-14 Uhr zu besichtigen.
------------------------------Foto: Gottfried Helnwein: Pieta, 1997. Acryl auf Leinwand, 210 mal 310 Zentimeter.