"Donald Duck in den Cartoons wie die Unglücklichen in der Realität erhalten ihre Prügel, damit der Zuschauer sich an die eigenen gewöhnen kann", zitiert Helnwein den Philosophen Theodor W. Adorno. An die 250 Werke hat er für die Schau zusammengetragen: originale Comicseiten, Skizzen, persönliche Briefe, Manuskripte, Texte sowie den Arbeitstisch von Carl Barks. Weiters sind seltene Publikationen, Erstausgaben von Comicheften, frühe Donald-Skulpturen, Kuriositäten und Arbeiten weiterer wichtiger Disney-Zeichner zu sehen.
Carl Barks (1901-2000) war ab 1935 zunächst als Zwischenphasenzeichner und Storyentwickler für Trickfilme in den Disney-Studios tätig. 1943 begann er mit dem Schreiben und Zeichnen von Comics und schuf bis zu seinem Ausscheiden aus dem Disney-Konzern im Jahr 1966 ein beeindruckendes Werk. Erst in seinen letzten Lebensjahren wurde Carl Barks von der Öffentlichkeit als der Schöpfer von Entenhausen entdeckt und gefeiert.
Barks übte wesentlichen Einfluss zunächst auf Künstler der Popart wie Roy Lichtenstein und Andy Warhol aus, wird aber auch von Robert Crumb, Manfred Deix, Steven Spielberg und George Lucas als Vorbild genannt. Und in Mitteleuropa formierte sich in seinem Namen sogar so etwas wie eine heitere Sekte: D.O.N.A.L.D., die Deutsche Organisation Nichtkommerzieller Anhänger des Lauteren Donaldismus.
Ein zusätzlicher Schwerpunkte ist der Übersetzerin Erika Fuchs gewidmet, die den zumeist alltäglichen Dialogen eine zusätzliche poetische Note verliehen. Erst durch sie lernte Donald das Philosophieren: "Vielleicht, wenn ich mich hier hinsetze und auf die Sumpfhühner starre, die im Sumpf rumsumpfen, vermeide ich allen Ärger."
Karikaturmuseum Krems, Franz-Zeller-Platz25. März bis 4. November 2007, täglich 10.00 bis 18.00 UhrAusstellungsrundgänge an Samstagen, Sonn- und Feiertagen, jeweils um 15 Uhr