March 21st, 2007
Österreich / oe24.at
Helnwein über Donald - und die Staatsoper
Christoph Hirschmann
Der in Los Angeles lebende Maler und Opernregisseur Helnwein kuratiert die große Donald-Duck-Schau in Krems. Eröffnung: Samstag.
Helnweins These muss für Verfechter der Trennung von "E“- und "U“-Kultur wie pure Provokation klingen: "Der künstlerische Stellenwert von Donald Duck ist so groß wie derjenige der Sixtinischen Kapelle.“ Zur Untermauerung dieser Behauptung stellt er gerade im Karikaturmuseum Krems eine große Donald- Duck-Schau zusammen, die das Oeuvre des legendären Disney-Zeichners Carl Barks zeigt. Feierliche Eröffnung mit viel Prominenz ist am Samstag um 16 Uhr.

Comics als Kunst

Jeder ist mit den "Heftln“ aus Entenhausen aufgewachsen, sagt Helnwein im Interview. Donald & Co. waren immer "Selbstverständlichkeiten“, daher habe man jegliche Distanz zu den Barks’schen Meisterwerken verloren. Erst die Popart hat die Qualität von Comics verdeutlicht. "Was die Malerei betrifft, waren Warhol und Liechtenstein eher durchschnittlich oder - ganz ehrlich gesagt - ein Schas!", sagt Helnwein. "Ihre unglaubliche Wichtigkeit liegt darin, Comics als Kunst erkannt zu haben."

Shicoff in Krems

Neben Manfred Deix soll auch der Tenor Neil Shicoff zur Ausstellungs-Eröffnung nach Krems anreisen. Helnwein hat ihn einmal porträtiert und fände es höchst sinnvoll, wenn Shicoff Staatsoperndirektor würde: "Es wäre ihm zu wünschen, und es wäre auch gut für Wien. Ich glaube, dass er neue, frische Ideen und Inspirationen bringen würde. In der Rolle eines Operndirektors muss man ja kein Administrator sein - dazu kann man sich Leute nehmen. Das muss jemand sein, der Visionen hat. Und die hat Neil!"Und Helnwein weiter: "Er hat mir angedeutet, was er sich für die Staatsoper vorstellen könnte, und ich muss sagen: sensationell!"