Das Wort Tobsuchtsanfall wurde zweifellos für diese Ente erfunden. Aber keiner kann sich so charmant giften wie Donald Duck. Denn als wahrer Entenfreund weiß man – er hat immer allen Grund dazu. Ein fantastilliardenschwerer Onkel, der ihn nur ausnützt, eine schnippische Dauerflamme, die ihn nur hinhält, naseweise Neffen und ein pomadeglänzender Cousin, der immer den Geldschein am Boden findet, der eigentlich ihm gebührt: Und doch steht der Erpel nach aller Schmach auch nach mehr als 70 Jahren immer wieder auf. Dass aus Donald Duck eine so schillernde Persönlichkeit wurde, verdankt die Ente (und wir) dem Ausnahme-Comickünstler Carl Barks. Das Karikaturmuseum widmet ihm jetzt eine große Ausstellung. Im Vorfeld hat das Schaufenster bekennende Enten-Liebhaber - Alexander Van der Bellen, Rudolf Taschner, Alfred Komarek, Manfred Deix, Gottfried Helnwein, Ingried Brugger, Linda Stift, Franzobel - mit einem Fragebogen bestückt.
1. Wie ist Ihre persönliche Enten-Geschichte? Eine Kindheitserinnerung oder eine reife Liebe?2. Was macht die Ente im Museum? Wieso denken Sie, dass Donald Duck ein schützenswertes Kulturgut ist?3.Erinnern Sie sich an eine Episode oder ein Zitat, in der/dem Sie sich selbst wiederfinden?4. Haben Sie klassische Onomatopöien (kreisch, seufz, stöhn) selbst im Gebrauch?5. Warum trägt Donald keine Hose?6. In welches Entenhausener Wohnzimmer würden Sie sich gern einladen?7. Hatte Dagobert einmal etwas mit Gundel Gaukeley? Wie ist das Verwandtschaftsverhältnis von Daisy und Donald? Warum lässt sich Donald von Dagobert alles gefallen? Gehört das Fähnlein Fieselschweif zu den Illuminati? Fragen über Fragen – welche Frage über den Entenkosmos quält denn Sie schon seit Jahren?
Interview15. März 2007Die PresseKulturChristina Böck