May 1st, 2007
derStandard
Gottfried Helnwein: Ein Wiener zum Loben
TV-Tagebuch
Fernseh - Portrait über Gottfried Helnwein
In der Kunstnachtschicht des Österreich-Fernsehens am Montag war wieder Näheres über einen Österreicher zu erfahren, der vor Langem auszog, um gefeierter Fixstern im internationalen Kunstbetrieb zu werden. Das "art.genossen"-Porträt präsentiert den in Wien-Favoriten aufgewachsenen Helnwein als interessanten, radikalen Menschen. Gottfried Helnwein, der meint, von Walt Disney mehr gelernt zu haben als von Leonardo da Vinci, spielt mit der konventionellen Unterscheidung in ernste und unterhaltende Kunst. Er vergöttert Donald Duck und malt verstörende, drastische, intensive Bilder von deformierten Körpern.

Das "art.genossen"-Porträt präsentiert den in Wien-Favoriten aufgewachsenen Helnwein als interessanten, radikalen Menschen. Und nachdem für hiesige Verhältnisse ein ausführliches Kennenlernen künstlerischer Schaffenswelten nichts ist, womit der regelmäßige TV-Konsument übersättigt wäre, sind die Montagsporträts generell freudvolle Termine.

Leider aber ist die ORF-Kulturschiene - sowohl in der Wahl der Themen als auch in deren inhaltlicher Bewertung - nach wie vor in Gefahr, erweitertes Feld der Österreich Werbung zu sein. So auch hier: Die lobpreisende Würdigung Helnweins als Hollywood-Intimus und Besitzer eines Landsitzes in Irland hätte auch kritischere Einordnungen vertragen. Die Qualität der Präsentation wird letzten Endes dem Inhalt nicht gerecht.

Außerdem könnte man - wie schon zuvor in den Beiträgen des Kulturmagazins "lebens.art" - auf ein paar Floskeln verzichten: Wer will oder kann noch hören, dass Künstler "Verborgenes sichtbar machen"?

(pum/DER STANDARD; Printausgabe, 2.5.2007)

Helnwein, Ludwigmuseum Schloss Oberhausen

"...im übrigen bin ich der meinung dass helnwein viel zu selten im fernsehen ist. sicher einer der klügsten künstler."

harimayer02.05.2007 10:38

Forum:

Zarathustra02.05.2007 10:57.Ein Meister......der es schafft Destruktives und Hässliches ästhetisch umzusetzen und die Faszination am Morbiden zu erwecken...kein Scharlatan und von der High Society überbewerteter "Künstler" wie Nitsch, Kolig und Co.

hawkwind -02.05.2007 18:09.Re: Ein Meister...Ach was,das liegt wohl nur daran, dass er nicht mehr in Österreich wohnt.

Bobby Peru01.05.2007 22:32.Und Scientology wurde etwa GAR NICHT erwähnt?!?

harimayer02.05.2007 10:38.wieso soll das erwähnt werden? sein glauben ist meiner meinung nicht wichtig. mehr ärgerte mich dass er unkommentiert sagen konnte in irland zu sein wegen der landschaft, ohne von den 0 prozent steuern für künstler. aber im übrigen bin ich der meinung dass helnwein viel zu selten im fernsehen ist. sicher einer der klügsten künstler.