July 2nd, 2005
Der Tagesspiegel
Kunst der Teilung
Claudia Schulmerich
Korea stellt die Berliner Mauer ins Museum
Die Idee, Berliner Mauerstücke zu Kunstwerken zu verarbeiten und damit eine politische Trennung durch Kunst aufzuheben, entstand 1989. Künstler wie Mimmo Paladino, Richard Long, Sol Lewitt, Ilya Kabakov, Gottfried Helnwein, Chillida und Arman haben sich an dem Projekt beteiligt. Sylvestre Verger, der als Kunstmanager Ausstellungen rund um den Globus organisiert, hatte 1993 diese Sammlung gerettet und führt sie seitdem in eigener Regie weiter. Dazu gehört auch, dass er sie ständig erweitert. Korea war nun der Anlass, sechs koreanische Künstler aufzufordern, Mauerstücke zu gestalten. Die Stücke bleiben in koreanischen Museen, ebenso wie die eindrucksvollen Kunstwerke, die aus den Materialien der demilitarisierten Zone, Stacheldraht und Militärutensilien, entwickelt wurden.

In diesem Jahr ist Korea Gastland der Frankfurter Buchmesse. Auch die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Nordkoreas Diktator Kim Jong Il und Südkorea wird in Deutschland mit Spannung verfolgt. Währenddessen ist Berlin in Südkoreas Hauptstadt Seoul zu Gast: in Form einer Ausstellung, die auf Stücken der Berliner Mauer beruht. Das koreanische Komitee, das den 60. Jahrestag der Unabhängigkeit von Japan kulturell gestalten sollte, bringt zu Beginn der Feierlichkeiten die Berliner Mauer mit der 1950 bei der Teilung des Landes in Nord und Süd entstandenen Demilitarisierten Zone (DMZ) entlang des 38. Breitengrads gedanklich zusammen. Möglich gemacht hat die Ausstellung „From the Fall of the Berlin Wall to DMZ“ der französische Kunstmanager Sylvestre Verger.