Ernsthafte Hingabe Im ersten Raum kann man den Werdegang Donalds vom hässlichen Erpel zum Superstar nachvollziehen. Mit langem Hals, spitzem Schnabel und Flügelhänden musste er in den Abenteuern von Mickey Mouse ein belangloses Nebenrollen-Dasein fristen. Dann kam, 1935, Carl Barks zu Disney. Er nahm das Zeichnen von Comics ernster als je ein Mensch zuvor. Mit Hingabe widmete er sich dem Schicksal Donalds und hielt ihn in all seinen Posen in den heute noch gültigen "Model-Sheets" fest.1942 verabschiedete sich Barks von den Disney-Studios. Er wollte nicht nur Gags produzieren, sondern Geschichten erzählen. Er wechselte zur Untergruppe Western Publishing. Das erste Heft mit Donald am Cover kam auf den Markt. Barks erfand neben Donald auch Dagobert mit Geldspeicher, Daniel Düsentrieb, Gustav Gans und ganz Entenhausen dazu.1951 gab es das erste deutsche Heft, übersetzt von der genialen Erika Fuchs ("Dem Ingeniör ist nichts zu schwör").Sie lernte Barks 1997 kennen-drei Jahre vor seinem Tod.Im Obergeschoß kann man neben späten Lithografien von Barks auch Duck'sche Werke von Helnwein und Deix bewundern. Und im Museums-Shop werden kleine Herzen höher schlagen.
Kurator Helnwein über den Erpel und Mona Lisa
Gottfried Heinwein: Donald besteht nur aus einer schwarzen Linie, die ein Wesen darstellt, das gar nicht wie ein Mensch aussieht - trotzdem gibt es kein Werk in der Kunstgeschichte, das menschliche Emotionen besser darstellt.
Gottfried Heinwein: In meiner Kindheit. Wien war dunkel wie die Vorhölle. In diese Leere trat DonaldDuck wie ein Erlöser.
Gottfried Heinwein: Barks war der genialste Comiczeichner. Comic-Kunst ist eine Kunstrichtung, die in Museen gezeigt gehört.