"Sehr Geehrter Herr Landeshauptmann, Sehr Geehrte Gesandte der amerikanischen Botschaft, Sehr Geehrte Abgeordnete zu den gesetzgeberischen Körperschaften, Sehr Geehrter Herr Bürgermeister, Sehr Geehrter Herr Vizebürgermeister, Sehr Geehrte Ehrengäste, Sehr Geehrter herr Helnwein, Herr Geiz, Professor Reichel, Sehr Geehrte Künstler, Mein e sehr Geehrten Damen und Herren. Liebe Kinder."
Dieser vorbildlich formalisierten Begrüßungsumarmung von Direktorin Jutta M. Pichler sei Dank, hier bei der (vergangenen Samstag erfolgten) Eröffnung der Donald Duck-Ausstellung hätte man über kosmopolitisierende Comic-Strips und weltläufigem Wandschmuck schon beinahe vergessen, dass man sich hier in Krems, Wachau-City, befindet.
Und, wenn man ehrlich ist, geht es bei dieser Werkschau trotz des verallgemeinernden Titels um niemand anderen als Carl Barks und dessen vielbeschworene Genialität. Donald-Zeichner mag es in den über siebzig Jahren seines Bestehens viele gegeben haben, aber dann wiederum hat auch das Bildnis der Venus in den Händen von Botticelli und den Eisenzeitmenschen von Willendorf krass unterschiedliche Resultate gezeitigt, was es nachvollziehbar macht, dass Donald-Erfinder Al Taliaferro, Tony Strobl, Vicar, Jan Gulbranson, Marco Rota, dem legitimen Barks-Nachfolger Don Rosa und all den anderen an dieser Stelle kein oder kaum Platz eingeräumt wird. Helnwein selbst vergleicht Barks gerne mit Shakespeare, weil dieser ebenfalls eher unbekannte, prosaische Volkssagen um bereits existierende oder erfundene Protagonisten als Vorlage genommen und diese zu bewegenden, poetischen Stoffen aufgepeppt habe.
