
Natürlich, Marilyn Manson ist umstritten, er wird verehrt, beschimpft, angegriffen, umjubelt oder als Spinner belächelt. Mag man von seinem privaten Lebensstil absehen, und der ist sicherlich mit vielen absichtlichen und unabsichtlichen Falschmeldungen versehen, so ist er doch eine Kunstfigur. Mittlerweile spielt er eine ähnliche Rolle, wie es Michael Jackson in den 80er Jahren tat. Nicht nur die Musik, sondern ein Gesamtkunstwerk steht hier im Vordergrund. Freilich eine Figur die provoziert und auffällt.„Wie macht man dem Menschen-Tiere ein Gedächtnis? … Man brennt etwas ein, damit es im Gedächtnis bleibt: nur was nicht aufhört, wehzutun, bleibt im Gedächtnis …“(Friedrich Nietzsche)Es stellt sich die Frage, warum Manson sich in das Gedächtnis einbrennen will. Ist es der Kommerz und der Ruhm oder hat sein „Possenspiel“ einen tieferen Grund?Beschäftigt man sich näher mit dem Phänomen Manson und versucht auch einmal in eine Rolle zu schlüpfen, versteckt hinter einer Maske, was tun sich dann für Abgründe auf?Dies selbst zu erleben und dem Spiel Mansons mit seiner Rolle näher zu kommen, war ein Ziel der Unterrichtsreihe.Noch wichtiger war allerdings der Aspekt der Toleranz bei der Konzeption der Unterrichtsreihe. Gerade bei Musik, die im Erfahrungsbereich der Schüler liegt, kommt es immer wieder zu der Situation, dass die Beschäftigung mit dem Thema total abgelehnt wird („Ih, Marilyn Manson? Der ist ja ekelig!“) oder völlig unkritisch akzeptiert wird („Cool, der macht Hardcore!“). Gerade im Musikunterricht geht es darum, seine Meinung nicht nur zu äußern, sondern auch begründen zu können. Und die eingehende Beschäftigung mit einem Thema soll schließlich zu einer souveränen Meinungsbildung führen.
Im Jahre 1989 beschlossen in Fort Lauderdale, Florida der Fotojournalist Brian Warner und der Gitarrist Scott Mitchell, ihre Namen in Marilyn Manson und Daisy Berkowitz umzuändern. Also den Vorname amerikanischer Pop-Ikonen (Marilyn Monroe und Daisy Duck) und den Nachnamen von Serienmördern (Charles Manson und David Berkowitz) zu nutzen. Unter diesen Pseudonymen verschreckten sie die Musikwelt. Sie entwarfen ein kontroverses Gesamtkonzept: Die Bühnenshow als multimediale Satansmesse, Sado-Maso Outfit und Logos, die von SS-Runen inspiriert sind. Schlagzeilen in der Presse waren garantiert, wenn auch nicht immer nur positive.Trent Reznor, Kopf der Band „Nine Inch Nails“, gefiel die trashige Mixtur aus Synthie- und Metal-Elementen. Er nahm Manson in seinem Vorprogramm mit auf Tour und so wurde dieser einem breiteren Publikum bekannt.Sein extremes Aussehen mit weiß geschminktem Gesicht und gefärbten Kontaktlinsen sowie das Verhalten während der Shows, in denen er seine Zuschauer beschimpft, ja sogar bespuckt, verunsichert und verängstigte das amerikanische Bürgertum. Es kam sogar vor den Hallen zu Demonstrationen religiöser Fundamentalisten und selbst ernannter Sittenwächter, die zum Boykott der Konzerte aufriefen. Noch mehr geriet Manson ins Kreuzfeuer der amerikanischen Bürgerschicht, als behauptet wurde, er trüge Mitschuld an dem Amoklauf in einer Schule in Littleton / USA am 26.04.2002. An diesem Tag töteten zwei Jugendliche Amokläufer zwölf Mitschüler und einen Lehrer und nahmen sich anschließend selbst das Leben. Da man in den Zimmern der Amokläufer CDs von Marilyn Manson gefunden hatte, stellte die Presse das Hören von Heavy Metal Musik - und speziell das Hören der Musik Mansons – als Hauptauslöser für den Amoklauf dar.Dass aber soziale Missstände und die Liberalität des amerikanischen Waffenrechts eine näher liegende Erklärung für die Tragödie in Littleton sind, dokumentierte der oscarprämierten Filmemacher Michael Moore in seinem Dokumentarfilm "Bowling For Columbine“. Erst als Michael Moore Marilyn Manson für seinen Film interviewte, sahen viele Menschen den Musiker in einem neuen Licht. Denn als er sachlich und ruhig über den Zusammenhang von Waffenkontrolle und Wahlkampf sprach und dass die Kriege und Bomben der US-Regierung und die von der Gesellschaft geschürten Ängste eventuell die wahre Bedrohung für das Seelenheil der Bürger sein könnten, merkten viele, wie schwerer zu beurteilen ist, zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden.
Im Jahr 2003 treffen der Künstler Gottfried Helnwein und Marilyn Manson aufeinander. Gemeinsam arbeiten sie an verschiedenen Foto-, Video- und Performance-Projekten, deren Ergebnisse in einer Ausstellung und Performance auf der Volksbühne in Berlin und dem CD-Layout Mansons damals aktueller Veröffentlichung „The Golden Age of Grotesque“ zu sehen waren.Hier tauchte zum ersten Mal Manson mit runden schwarzen Ohren auf, den Ohren von Mickey Mouse, dem Symbol für amerikanisches Pflichtbewusstsein schlechthin, entstellt mit der "Helnwein-Zahnspange", eines der symbolträchtigen Requisiten in Helnweins Bildern.Helnwein, der der Wiener Schule, aus der auch Deix und Sowa hervorgingen, entstammt, führt bei seinem Publikum zu ähnlichen Reaktionen, die auch Manson hervorruft. Er selbst sagt zu diesem Phänomen: „Die Leute müssen sich irgendwie betroffen fühlen und ich muss auch den Finger immer wieder auf den richtigen Punkt gelegt haben, sonst wären so viel Emotionen, Aggressionen und die Aufregung gar nicht möglich. (…) Es ist nicht mein Bild, vor dem sich die Leute fürchten, sondern es sind ihre eigenen Bilder in ihren Köpfen. Meine Arbeiten sprechen offensichtlich etwas an, das im Unterbewusstsein des Betrachters schon vorhanden ist.“ („Gottfried Helnwein – Beautiful Children“, Wilhelm-Busch-Gesellschaft (Hrsg.), 2005)Die gestalterische Energie der Rockmusik hatte Helnwein schon früher in seinen Werken entdeckt. Sein wohl bekanntestes Selbstporträt schmückt ein Plattencover der „Scorpions“, die Gruppe „Rammstein“ hat sich auf Fotosessions für Helnwein mit Tapebändern malträtieren lassen und für die Groteske hat er mit dem Manson-Porträt mit der Mickey-Mouse-Maske die wohl stärkste Ausducksformel gefunden. „Es ist der ironisch-böse Kommentar zu einem gängigen Schwarz/Weiß-Denken, wie es unsere Gesellschaft beherrscht“ (Kurzführer: „Helnwein- Beautiful Children“)
Diese provozierende Kunst löst auch bei Schülern starke Reaktionen aus und führte anfangs genau zu dem oben angesprochenen Schwarz/Weiß-Denken. Das heißt sie polarisieren und äußeren sich anfangs extrem Gegensätzlich, was die Beliebtheit und auch die Musik Mansons angeht. Nur wenige Schüler kennen Manson überhaupt nicht.1. Nachdem den Schülern das Thema durch Auslage von CD-Covern Mansons und dem aktuellen Flyer der Helnweinaustellung, auf dem das beschriebene Mickey-Mouse-Porträt abgebildet ist, bekannt gegeben war, sammeln sie alle Details, die ihnen über Marilyn Manson bekannt sind mit Hilfe einer Mindmap. Daraus gehen schließlich all die Gerüchte und Meinungen hervor, die dazu führen können, entweder Anhänger Mansons zu werden oder ihn komplett abzulehnen.Der leichteste Weg, um an die Musik Mansons heranzugehen, ist wohl die Beschäftigung mit seinen Coverversionen „Tainted Love“ und „Sweet Dreams“. Sowohl „Tainted Love“, ursprünglich von der Gruppe „Soft Cell“, als auch „Sweet Dreams“ von den „Eurythmics“ sind dem Synthie-Pop zuzurechnen und sind durch ihren treibendem Bass noch heute beliebte Stücke der DJs in Großraumdiskotheken und Partys und somit den meisten Schülern bekannt.Das Metrum der Coverversionen Mansons ist bei beiden Liedern langsamer, was die Schüler beim Mitklatschen verblüfft, da sie aufgrund der verzerrten Gitarren und dem aggressiven Gesang Mansons, der sich bis zum Schreien hinaufschraubt, erst anders vermuten. Hinzukommt, dass durch die Interpretation Mansons, der bei „Sweet Dreams“ mit seiner Stimme vom Flüstern bis zum Schrei spielt, die ambivalenten Bezüge zum Text deutlich werden. Was auch zu den ersten interessanten Aussagen beim Sammeln der Arbeitsergebnisse führt: „Die Stimme passt ja nicht zu Süßen Träumen!“2. In der nächsten Unterrichtsstunde wird den Schülern mit Hilfe von Ausschnitten des Filmes „Bowling for Columbine“ von Michael Moore eine kurze Zusammenfassung über den Amoklauf in Liddleton gegeben und mit dem Interview mit Marilyn Manson ein Zusammenhang zum Unterrichtsinhalt dargestellt.Mit der Schlüsselszene, in der Michael Moore Marilyn Manson fragt, was er den Attentätern kurz vor dem Amoklauf gesagt hätte, wenn er dazu die Möglichkeit bekommen hätte, bietet sich eine gute Situation zu einem Klassengespräch, wenn man vor Manson Antwort stoppt und die Frage an die Schüler weitergibt.Die Schüler sind anschließend auf Mansons Antwort gespannt und seine empathische Antwort, er hätte nichts gesagt, sondern den Jungen erst einmal zugehört, sorgt im Anschluss dann noch einmal für Diskussion in der Klasse, für die man sich genug Zeit nehmen muss!3. Auch bei der Analyse des Mansonstückes „The Beautiful People“ in der dritten Stunde stellen die Schüler fest, das die Musik ähnlich wie die gehörten Stücke funktioniert. Ein stampfender Bass, stark verzerrte Gitarren, zwischendurch jetzt auch einige Synthi-Klänge und die Stimme Mansons, die wieder von Flüstern bis Schreien eine Bandbreite präsentiert. Es wird recht schnell erkannt, dass es bei der Erarbeitung eher auf den Text, als auf die Musik ankommt. Wird dieser von den Schülern dann sinngemäß übersetzt, (er liegt ihnen nur in Ausschnitten vor, da er Begriffe enthält, die die Schüler zwar benutzen, im Unterricht und in ihrer Sprache aber eher unerwünscht sind. Näheres dazu im Exkurs „Explicit Lyrics“) erkennen sie, dass Mansons „Beautiful People“ keine Saubermänner sind, sondern das hier ein Angriff gegen Kapitalismus, Umweltverschmutzung, fundamentale religiöse Gruppierungen und Faschismus in der amerikanischen Gesellschaft besungen wird.4. Zu Beginn der vierten Einheit erhalten die Schüler die Flyer der Ludwiggalerie, die die Helnwein-Ausstellung „Beautiful Children“ bewirbt. Auf der Vorderseite ist das Porträt Mansons als Mickey Mouse abgebildet.Anschließend wird eine Definition des Begriffs „Groteske“ als Tafelbild präsentiert:
Groteske (ital. Verzerrtes, Wunderliches): laut Wörterbuch ursprünglich eine Bezeichnung für Wandmalereien in den antiken Thermen und Palästen in der Form von Ornamenten aus zusammengesetzten Pflanzen-, Tier- und Menschenteilen. Seit der Renaissance Sammelbegriff für die Darstellung des Monströs-Grausigen, aber auch Komischen in Kunst und Literatur. Allgemein Bezeichnung für die Verbindung von scheinbar Unvereinbarem, mit dem in der Moderne häufig Phänomene des Formverlustes und der Entfremdung gestaltet werden.
Wie ist: Wie ist:Marilyn Manson ß---------------Groteske---------------------à Mickey Mouse- -- -
5. Eine Woche später findet der Exkurs in die Ludwiggalerie statt.Am Schloss Oberhausen, in dem die Ludwigsgalerie ihren Sitz hat, hingen ab dem 19.06. 2005 übergroße Fotos Marilyn Mansons von Gottfried Helnwein. Manson mit runden schwarzen Ohren, den Ohren von Mickey Mouse, dem Symbol für amerikanisches Pflichtbewusstsein schlechthin, entstellt mit der "Helnwein-Zahnspange", eines der symbolträchtigen Requisiten in Helnweins Bildern. Schon vor dem Besuch der Ausstellung erhielten die Schüler den unten aufgeführten Katalog mit Leitfragen zur Unterrichtsreihe.- Was haben Gottfried Helnwein und Marilyn Manson gemeinsam?- Wie kommt es zu dieser Zusammenarbeit zwischen Maler / Fotograf und Musiker?- Was hat das alles mit "Groteske", einem alten italienischen Begriff für Wandmalereien in antiken Palästen zu tun, der ja auch in Mansons Albumtitel "The Golden Age Of Grotesque" vorkommt?- Wer sind denn die "Beautiful People", die Manson in einem Lied besingt?- Und wieso heißt die Helnwein-Ausstellung dann auch "Beautiful Children"?- Was hat das alles wieder mit dem Film "Bowling for Columbine" von Michael Moore zu tun?- Alles Zufall?? Oder haben Filmkunst, Malerei und Musik doch einen gleichen Musischen Bereich?Diese Fragen haben uns im Unterricht beschäftigt und sollten nach der Ausstellung und dem Workshop als Hausaufgabe beantwortet werden. Nach dem Besuch der Ausstellung mit museumspädagogischer Führung hatten die Schüler die Möglichkeit, ihre, in der Ausstellung gewonnenen Eindrücke in zwei Workshops zu verarbeiten und gewonnene Ideen mit eigenen Mitteln darzustellen:

Willkommen im Theater der Gefühle der Masken und Gesichter. Gottfried Helnwein, Marilyn Manson oder Rammstein machen es vor - Grimassen schneiden ist erlaubt und Fratzen ziehen ist in. Im Spiel vor der Kamera stellten wir uns selbst dar oder schlüpften in verschiedene Rollen. Zu entdecken war das geheimnisvolle Bild hinter der Fassade - oder das Gesicht hinter der Fassade hinter der Maske.
- stellen etwas dar, worüber keiner sprechen will- stellen etwas dar, was auf den ersten Blick anders aussieht als gemeint- Hang zum Grotesken / Widersprüchlichen / scheinbar grausam- Es ist ihnen egal, was die Leute über sie denken- Man muss über ihre Arbeiten nachdenken, um das wahre Gesicht zu erkennen- beide üben Kritik an der amerikanischen Führungsschicht
è Groteske: Widersprüchliches wird miteinander verbundenè M. Manson wurde als Sündenbock für das Columbine-Attentat genannt. Doch zeigt Manson Verständnis und Mitgefühl für die Personen, die hinter den Tätern stecken. Er hätte ihnen „nur“ zugehört.è Kunst: (Musischer Bereich) soll zum Nachdenken anregen!!è Die Welt soll gerechter werden!
Mit einem „Blitzlicht“, in dem jeder Schüler kurz äußert, was ihm zur Unterrichtsreihe einfällt, hatten die Schüler die Möglichkeit zur Reflexion.Und sicherlich war folgendes Schülerzitat Hinweis für das Erreichen des Lernziels:„Marilyn Manson und diese Musik interessiert mich nicht, aber was wir über ihn besprochen haben, fand ich gut.“
Schließlich ist es ja Sinn des Musikunterrichtes Unbekanntes oder Unbeliebtes kennen zu lernen und zu tolerieren, um somit Hörgewohnheiten und seinen Erfahrungsschatz zu erweitern.Nur so ist es möglich, dass Kinder lernen, sich eine eigene Meinung zu bilden ohne auf die Gerüchte, die Klischees oder die Schwarz/Weiß-Malerei der Gesellschaft zurückgreifen zu müssen.
Bei der Beobachtung der Schüler, die an der Fotosession teilnahmen, zeichneten sich Arbeitsergebnisse ab, die sich bei der späteren Durchsicht der Arbeiten der Malgruppe nur bestätigt fanden. Ging ich davon aus, die Scheu der Schüler vor einem Kameraobjektiv abbauen zu müssen und ihnen Anregungen bei der Verkleidung mit dem zur Verfügung gestellten Material geben zu müssen, wurde ich eines besseren belehrt. Selbstständig wie selten griffen die Jugendlichen zu den Requisiten: Spangen, Klemmen, Stacheldrahtstücke, Klebeband, Mullbinden, farbige Tücher, Kappen und ähnlichen Materialien, die sie zuvor auf den Bildern Helnweins sahen. Und noch verblüffender war, dass sie sie genau so einsetzten, wie es in der Symbolsprache Helnweins zu sehen war. Sie ließen sich ohne Probleme fotografieren, ja ich kam mit dem Ablichten kaum nach, so viele neue Ideen und Konstellationen entstanden in kurzer Zeit. Und tatsächlich entstanden mit der Maske neue Rollen, in die die Jugendlichen schlüpften. Rollen, die sie verängstigten, die ihnen Freude bereiteten und vielleicht auch deren Auslebung sie interessierte und eine Dokumentation durch den Fotoapparat war überhaupt kein Problem, denn es war ja nur eine Rolle.Nicht einmal eine spätere Präsentation der Bilder führte zu peinlichen Verhaltensweisen, denn alle akzeptierten das Dargestellte als Maske, als nichts Echtes und somit nichts Verwerfliches. Eine Erfahrung, die etlichen Schülern beim „Blitzlicht“ der letzten Stunde als etwas besonders Erwähnenswertes ansahen!Genauso intensiv arbeiteten die Schüler in der Malgruppe, die von der Leiterinnen der Malschule der Ludwiggalerie, Frau Bendorf-Depenbrock und Frau Falkenbach, betreut wurden. Frau Bendorf-Depenbrock hatte beobachtet, wie Kinder die Werbefotos in Mode- und Jugendzeitschriften mit Stiften übermalten und erfuhr dann im Gespräch mit Kindern, dass sie davon ausgingen, dass keiner so schön ist und die Bilder und die Dargestellten bearbeitet worden wären, um besonders schön zu wirken. Kinder wollen aber kein schönes Produkt. Sie wollen Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und somit Gerechtigkeit, denn sie behaupten zu Recht, dass niemand so schön ist. Vor Eröffnung der Helnwein-Ausstellung und der Erarbeitung für ein museumspädagogisches Konzept zu dieser Ausstellung erinnerte sich Frau Bendorf-Depenbrock an diese Begebenheit und erkannte, dass genau diese kindlichen Aussagen deckungsgleich mit Helnweins Intentionen in seinen Werken waren.Somit wurden Fotos von Stars und Models aus Jugendzeitschriften vergrößert auf Schwarz-Weiß-Papier fotokopiert, verschiedene Farbstifte zur Verfügung gestellt und der Rest geschah durch die Schüler. Dabei entstanden Bilder die durch die Hässlichkeit der dargestellten Personen zum Teil Heiterkeit zu einem noch größerenTeil jedoch auch Bedrückung hervorriefen. Also absolut vergleichbar waren mit den Werken Helnweins!

Zum Deutschunterricht: Morton Rhue: „Ich knall euch ab!“; Ravensburger; 2002Literaturkartei zu Rhue, Morton: „Ich knall euch ab!“; Verlag an der Ruhr; 2002Zum Musikunterricht: „Gottfried Helnwein – Beautiful Children“, Wilhelm-Busch-Gesellschaft (Hrsg.), 2005Marilyn Manson und Neil Strauss: „the long hard road out of hell“; Hannibal-Verlag; 2000Zum Thema Attentat: Prof. Dr. med. Volker: „Amok“; www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/amok.html

