July 13th, 2008
Mitteldeutsche Zeitung
ZWISCHEN HIMMEL UND ERDE
Andreas Hillger
Gregor Seyffert zeigt am Anhaltischen Theater Dessau das persische Märchen «Peri»
Die akrobatische Leistung des Abends ist einmal mehr atemberaubend: Auf einem Lichtring hoch über der Bühne stehen die Engel, die den halb himmlischen und halb irdischen Helden aus ihrer Mitte verstoßen - und in eine apokalyptische Welt senden, um "Gottes liebste Gabe" zu suchen. Fortan kämpft Seyffert, dessen asketische Gestalt mit seiner artistischen Maßlosigkeit korrespondiert, um den erneuten Aufstieg. Dass all dies mit den Bildern und Videos von Gottfried Helnwein sowie mit einer Mischung aus esoterischer Liturgie und martialischen Beats unterlegt wird, verstärkt die beklemmende Wirkung. Denn Helnwein hat mit seinen Gemälden von toten Kindern sowie von bandagierten und gewaltsam deformierten Gesichtern eine Marktlücke besetzt, die in ihrer szenischen Übersetzung mit Obszönität spielt.
Das Paradies und die Peri