Rockmusik und Walt Disney hätten ihn mehr beeinflusst als Mozart und Leonardo da Vinci, soll Helnwein einmal gesagt haben. Am 8. Oktober hat der Maler, Grafiker, Fotograf und Bühnenbildner seinen 60. Geburtstag gefeiert. Provoziert Helnwein in seiner Anfangszeit mit seinen Werken noch öffentliche Proteste, ist es in den vergangenen Jahren ruhig um ihn geworden.
Kinder mit bandagierten Köpfen, blutverschmiert und mit leeren Blick - es sind vor allem diese realistischen Bilder von gequälten menschlichen Kreaturen die in den 70er und 80er Jahren die Betrachter von Helnweins Bildern schockieren. In seine finstere Welt nimmt er auch Comicfiguren und Nazis auf.
Als Sohn eines Postbeamten wächst Helnwein in einem Wiener Arbeiterviertel auf. Er studiert an der Wiener Hochschule für Grafik und an der Wiener Kunstakademie. Seine ersten Werke bringen ihm in seiner Heimatstadt den Ruf eines "Blut-und-Narben-Malers" ein, doch er macht auch international auf sich aufmerksam. Als Grafiker gestaltet er die Titelbilder von Magazinen wie dem "Spiegel", "Esquire", "Time" und "Playboy". Sein "Selbstporträt" von 1981 als Plattencover der Band "Scorpions" - ein schreiender Mann mit bandagiertem Kopf und Gabeln in den Augen - pinnen sich reihenweise Jugendliche als Kultposter an die Wand.
Immer wieder macht Helnwein, der Österreich bereits in den 80er Jahren verlässt und in Deutschland, Irland und den USA wohnt, mit seiner Nähe zu Stars Schlagzeilen. 1992 stellte er beispielsweise im Münchner Stadtmuseum Fotoporträts von 32 Berühmtheiten wie Andy Warhol und Michael Jackson aus, mit dem Musiker Marilyn Manson ist Helnwein befreundet.
In den vergangenen Jahren stellt Helnwein verstärkt in den USA aus, seine letzte große Werkschau in Österreich war 2006 im Lentos Museum in Linz.