
Seit sieben Jahren fordere Kosslick, der nicht mehr im Vorstand der Friedensgala sitzt, dass die Veranstalter offenlegten, wer wie viel Geld erhalte und was mit den Spenden geschehe. Catherine Deneuve habe im ersten Jahr 100 000 Euro für ihre Teilnahme bekommen. "Das hat doch nichts mit Charity zu tun", beklagte Kosslick. Diesmal soll der Erlös der Gala - 400 000 Euro laut Veranstalter - in die Umwelt-Stiftungen von Leonardo DiCaprio und Michail Gorbatschow fließen.
Mindestens 1000 Euro muss man für ein Eintrittsticket zahlen, um im Saal mit Promis aus Politik, Kultur und dem Geldadel zu speisen. Zu den Gästen den Veranstaltung am 9. Februar gehörten neben dem russischen Ex-Präsidenten Michail Gorbatschow, Genscher und Joschka Fischer auch Leonardo DiCaprio, Ben Kingsley, Christopher Lee, Catherine Deneuve und Gutmensch Bob Geldorf.Haltet die Klappe! ruft Bob Geldorf schwatzenden Gästen zu.
"Haltet die Klappe!" ruft Bob Geldorf schwatzenden Gästen zu.
Sehr freizügig zeigten sich die Gäste bei der Versteigerung nicht gerade. Die Auktion wirkte eher wie ein Schnäppchenmarkt. Ein Gemälde des Künstlers Gottfried Helnwein samt persönlicher Einladung auf sein Schloss in Irland ist für gerade mal 22 000 Euro ersteigert worden, ein nagelneues Modell des "grünen" BMW 318d ging für knapp über 30 000 Euro an einen Schweizer Banker.
Die letzten angebotenen Artikel gingen trotz redlich bemühten Auktionars mehr oder weniger im Gerede der Gäste unter. Denn interessanter als die Versteigerung schien für viele das Knüpfen und Auffrischen persönlicher Kontakte mit den Wichtigen, Reichen und Schönen. Der Aufruf zum traditionellen Gruppenfoto fiel über dem lebhaften Networking auf taube Ohren.
Ein passender Abschluss für einen Abend, der mit Bob Gelorfs Anraunzer an das Publikum begann: Weil einige Gäste bei der Rede von Diane Krüger noch miteinander plauderten, beschimpfte Geldorf die Schwatzer kurzerhand und befahl ihnen, die Klappe zu halten. Sehr peaceful.
(cin/ddp)
