Die Gala stand nach dem überraschenden Tod von Michael Jackson ganz im Zeichen des Superstars unter dem Motto "Heal the World". Rund 2.500 Gäste, darunter zahlreiche Prominente, Politiker, Sportler und Künstler waren trotz Regen gekommen und hüllten sich in durchsichtige Pelerinen. Heldin des Abends war Andie MacDowell. Die Hollywood-Schauspielerin stand auf einer als Erdkugel gestalteten Bühne im Regen und moderierte tapfer durch den Abend. Der Höhepunkt der Show war der Auftritt von Jermaine Jackson gegen 23.00. Jermaine intonierte das Lieblingslied seines Bruders, den Chaplin-Song "Smile".
Er habe "einen geliebten Bruder verloren und die Welt einen großen Humanisten", sagte der ältere Bruder des "King of Pop". Michael habe es geliebt, wenn Menschen glücklich waren. "Und ich bin sicher, er lächelt heute Nacht auf uns herunter", sorgte Jermaine für berührende Momente. Die Band des Abends hatte die Veranstaltung mit Jacksons Songs eingerahmt, der Künstler Gottfried Helnwein hatte den verstorbenen Sänger mit einer Bilder-Installation gewürdigt. Den Abschluss der Gala machten die Pointer Sisters und alle Beteiligten mit dem Song "We are the world".
Andie MacDowell lobte die Location und die österreichische Bevölkerung, die sich 1978 in einer Volksabstimmung gegen den Betrieb des Atomkraftwerks in Zwentendorf ausgesprochen habe. Die Veranstaltung sei "ein Abend der Hoffnung und der Inspiration, ein Abend mit Role-Models und Helden". Als erster "Save The World Award"-Preisträger wurde der Ex-Leichtathletikstar Carl Lewis gefeiert. Er sagte im Anschluss an die Ehrung, es sei ein "historischer Tag". Danach wurde Helmut Kutin stellvertretend für SOS Kinderdorf International ausgezeichnet.
Als Freda Meissner-Blau sich danach für ihre Ehrung bedankte, wurde im Publikum mehrmals gejubelt. Die "Grande Dame" der Grünen nahm die Auszeichnung im Namen jener "Abertausenden" entgegen, die "jahrelang daran gearbeitet haben, Atomkraft in Österreich zu verhindern." Auch Renee Ernst für die United Nations Millennium Campaign und deren Kampf gegen Armut, Alexander Likhotal für Green Cross International sowie die Frauen- und Naturrechtlerin Vandana Shiva wurden mit einem "Save The World Award" geehrt.
Der Preis für Greenpeace-Aktivist Thomas Henningsen stand im Zeichen des Umweltschutzes. "Wir steuern auf die größte Katastrophe der Menschheit zu", warnte er vor dem Klimawandel. "Wir müssen weg von Kohle- und Öl-Verbrennung, aufhören den Regenwald abzuholzen - das klingt einfach? Ist es auch." Der Preisträger Karlheinz Böhm rief den großen Gegensatz zwischen Arm und Reich ins Gedächtnis. Tagtäglich würden 100.000 Menschen auf der Welt verhungern. Es liege in der Hand jedes einzelnen, das zu ändern. Zum Schluss nahm Jermaine Jackson den postumen Preis für Michael entgegen.
Auch Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll kam im Rahmen der Veranstaltung zu einem Kurzauftritt. Heute stünden Menschen vor dem Vorhang, die Botschafter und Vorbilder für Nachhaltigkeit und einen sorgsamen Umgang mit dem Planeten seien, sagte Pröll. Er wünsche sich daher einen neuen Geist, wie ihn schon US-Präsident Barack Obama formuliert habe: "Yes, we can."