March 22nd, 2010
Salzburger Nachrichten
Vierte Woche im Tierschützer-Prozess
Es sei Aufgabe der Kunst, zu provozieren, erklärte der Beschuldigte, der als bildender Künstler nach seinen Angaben mit Sarkasmus und Ironie arbeitet. Gewaltmetaphorik oder Waffen würden u.a. auch bei Gottfried Helnwein oder dem Aktionisten Günter Brus vorkommen.

Zu Beginn der vierten Verhandlungswoche im Wiener Neustädter Tierschützer-Prozess sind am Montag der Viert- und Fünftangeklagte befragt worden. 13 Aktivisten müssen sich wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation und teilweise wegen weiterer Delikte verantworten. Sie hatten sich zum Auftakt am 2. März nicht schuldig bekannt.

Der 33-jährige Tiroler hielt fest, dass die von ihm in Innsbruck geleiteten Demos im Rahmen der Kleider Bauer-Kampagne des VGT (Verein gegen Tierfabriken) einen künstlerischen Schwerpunkt hatten, um Aufsehen zu erregen und zu informieren, was es mit dem Pelzgeschäft auf sich habe.

Es sei Aufgabe der Kunst, zu provozieren, erklärte der Beschuldigte, der als bildender Künstler nach seinen Angaben mit Sarkasmus und Ironie arbeitet. Gewaltmetaphorik oder Waffen würden u.a. auch bei Gottfried Helnwein oder dem Aktionisten Günter Brus vorkommen.

Der 33-Jährige erklärte, von dem im Zeitraum der Kampagne verübten Buttersäureanschlag auf eine Kleider Bauer-Filiale in Graz nicht gewusst zu haben. Wäre er damals gefragt worden, hätte er sich von Sachbeschädigungen in anderen Teilen Österreichs distanziert.

Nach seiner Verhaftung im Frühjahr 2008 habe er die Innsbrucker Kampagne nicht mehr geleitet, meinte der Tiroler. Zur Zeit lebe er beruflich „von gar nichts“. Und: „Seit eineinhalb Jahren denke ich an nichts anderes als daran, wie ich mich für die Vorwürfe rechtfertigen kann.“

(APA)