September 18th, 2010
Kleine Zeitung
Im Brauhaus sind zwei neue Zimmer frei
Elisabeth Tschernitz-Berger
Die zwei neuen Designer-Appartements im Hotel "Altes Brauhaus Breznik" in Bleiburg sind dem Choreografen Johann Kresnik und dem Jazzmusiker Karlheinz Miklin gewidmet.
"Ich habe einen chaotischen Wohnstil", beschreibt Kresnik sein Anwesen. "Es ist vollgestopft mit Büchern und Bildern von Helnwein, Nitsch und unbekannten jungen Malern. Zum Alpenglühen habe ich keinen Draht."

Es ist ein uriges Gasthaus. Dunkle Holzmöbel, verraucht, gemütlich - wo die Wirtsfamilie Breznik herzhaftes Hausbier in der eigenen kleinen Gasthausbrauerei braut. Dunkles malziges und helles hopfiges Bier. Dafür ist das Alte Brauhaus in Bleiburg bekannt und beliebt.Dass sich hinter dem ehrwürdigen Gemäuer eines der kreativsten Hotelkonzepte Kärntens verbirgt, wissen nur diejenigen, die im Werner-Berg-, im Kiki-Kogelnik- und im Franz-Brandl-Appartement bunte Träume hatten und im Milka-Hartmann-Zimmer poetischen Gedanken der Südkärntner Literatin nachhingen. Die Wirtsfamilie Breznik (Stefan und Angelika, Christa und Gerhard) hat in ihrem Hotel ein geniales Konzept umgesetzt und die 17 Zimmer Schritt für Schritt in Designer-Appartements umgewandelt und sie mit Leben erfüllt, indem sie diese den Künstlern der Region gewidmet haben.

Zeitgenössisch

Kürzlich wurden die beiden Zimmer fertiggestellt, die den zeitgenössischen Künstlern - dem über die Grenzen Kärntens bekannten Regisseur Johann Kresnik und dem genialen Jazzmusiker Karlheinz Miklin - gewidmet sind. Und die machten große Augen, was sich Architekt Peter Fleiß und Christa Breznik ausgedacht hatten, um die Künstlerpersönlichkeiten in Bildern, Möbelstücken und Einrichtungsgegenständen auszudrücken. "Das Kresnik-Zimmer erinnert an eine Theaterbühne", erklärt Christa Breznik. Das Bett hat der Bleiburger Tischler Stefan Bromann aus Eichenpfosten geschnitten. "Erdig, bodenständig, kreativ", wie Fleiß findet. In Miklins Appartement herrschen dunkle Farben vor, man hat den Eindruck, die Töne würden nur so durch den Raum fließen und aus dem lautsprecherähnlichen Kasten kommen. "Ich habe schon als Kind dunkle Farben bevorzugt", ist Miklin überrascht, dass sein Geschmack so genau getroffen wurde.

"Kinder zeugen"

Wie fühlt man sich, wenn einen zu Lebzeiten ein Hotelzimmer gewidmet wird? "Gut. Ich hoffe, dass in dem schönen Bett viele Kinder gezeugt werden", feixt Kresnik und lobt die Aufgeräumtheit des Appartements. Würde er sein Haus mit Aussicht hoch oben am Kömmel ähnlich einrichten? "Ich habe einen chaotischen Wohnstil", beschreibt Kresnik sein Anwesen. "Es ist vollgestopft mit Büchern und Bildern von Helnwein, Nitsch und unbekannten jungen Malern. Zum Alpenglühen habe ich keinen Draht." Der Bleiburger Künstler Franz Brandl hat ein Appartement mit seinen großflächigen Originalen ausgestattet, im Bad prangt ein Mosaik seiner farbenfrohen Menschen.Mit den mittlerweile sieben Themenzimmern haben die fleißigen Brezniks ins Schwarze getroffen. 90 Prozent der Hotelzimmer sind übers Jahr ausgelastet. Mittlerweile hat Stefan Breznik nur Probleme mit den Gästewünschen, die bei ihrer Bestellung auf bestimmte Zimmer bestehen.Breznik: "Das Schöne dabei ist, dass sich die Gäste mit den Künstlerpersönlichkeiten auseinandersetzen und mehr von ihnen wissen wollen." Und es könnte noch das eine oder andere Künstler-Zimmer dazukommen.